Verschwundene Sterne
„Veronika, der Lenz ist da“ oder „Ein Freund, ein guter Freund“ – Ohrwürmer, auch rund 100 Jahre später noch jeder kennt. Doch wer waren die Komponist*innen dahinter? Zur Entstehungszeit galten sie als Stars, doch viele von ihnen wurden durch die deutsche Geschichte verbannt und vergessen – nur ihre Melodien blieben in den Köpfen. Das Berliner Casanova Society Orchestra lässt diese „verschwundenen Sterne“ wieder leuchten. Mitreißend werden die Geschichten hinter den Liedern erzählt: von Zufallshits, Liedern unter Zwang und amüsanten Evergreens wie einem Liebeslied über eine Topfpflanze. Mit Spielfreude und Charme garantiert das Casanova Society Orchestra ein unvergessliches Erlebnis der Musik der 10er bis 40er Jahre. Originale Arrangements weltbekannter Komponist*innen dieser Zeit bringen den authentischen Klang der goldenen 20er Jahre, stilvoll wie verrucht. Durch das Programm führt mit seinem zartschmelzenden Bariton der Chefcasanova Andreas Holzmann.
Zeitreise in die „Goldenen 20er“
Die 20er-Jahre sind ja spätestens seit der Fernsehserie „Babylon Berlin“ wieder im kollektiven Bewusstsein angekommen. Entsprechend erhalten auch Künstler, die sich der Musik der „Goldenen 20er“ verschrieben haben, erfreulicherweise wieder mehr Aufmerksamkeit. Dem ganzen Trend rund ein Jahrzehnt voraus waren dabei Sängerin Käthe von T. und Pianistin Amy Protscher, die sich bereits 2012 als Rag Doll zusammengetan haben. Als Hauptinspiration diente damals Bessie Smith – die „Kaiserin des Blues“ und eine der schillerndsten Persönlichkeiten des Blues in den 20er- und 30er-Jahren. Mit ihren Songs, sowie Stücken von den legendären Ladies des Blues und des Ragtime von Ma Rainey und Ethel Waters bis hin zu Carrie Smith entführen Rag Doll ihr Publikum in dieses goldene Zeitalter der Musik mit seinen Geschichten. Dabei verwandeln Käthe von T., Amy Protscher und die Posaunistin Tanja Becker die Bühne in einen großartigen, alten Ragtime-Schuppen im Chicago der 1920er.