Zwischen Mineralwasser und Schwarzer Messe
Wenn Haydns Musik ein Getränk wäre, dann ein spritziges Mineralwasser: Seine Sonate Hob. XVI:49 in Es-Dur eröffnet den Abend mit Leichtigkeit und Charme. Ganz anders Beethovens „Mondscheinsonate“, die die klassische Sonatenform auf den Kopf stellt – mit einem melancholischen ersten Satz, einem kurzen Intermezzo („eine Blume zwischen zwei Abgründen“, Liszt) und einem leidenschaftlich aufbrausenden Finale.
Nach der Pause folgt Skrjabins „Schwarze Messe“, ein düsteres Klangdrama über Sünde und Unschuld, das sich zu ekstatischer Intensität steigert. Den Abschluss bildet Liszts h-Moll-Sonate – ein pianistisch hochvirtuoses Werk, das aus einem einzigen Thema eine Fülle an Charakteren und Stimmungen entfaltet, oft in Verbindung mit Goethes „Faust“ gedeutet.
Der deutsch-mexikanische Pianist Christian Uebel begann mit sieben Jahren in Caracas Klavier zu spielen. Er studierte bei namhaften Lehrern in London, Den Haag und Kassel und erhielt künstlerische Impulse unter anderem von Igor Kamenz, bei dem er Beethovens späte Sonaten vertiefte.