Schicksal, Klang und Widerstand
Drei russische Komponisten, drei verschiedene Sichtweisen auf das, wie Musik mit das Innenleben eines Menschen ausdrücken kann.
Den Auftakt setzt Skrjabins Rêverie op. 24 – komponiert 1898, als Skrjabin noch fest in der Spätromantik verwurzelt war und Chopin sein großes Vorbild. Doch schon in diesem kurzen Orchesterstück lässt es sich erahnen, dass dieser Komponist irgendwann die Tonalität hinter sich lassen würde.
Dann Schostakowitsch – und ein völlig anderes Russland. Das erste Cellokonzert entstand 1959, vier Jahre nach Stalins Tod, in einer Zeit vorsichtigen Aufatmens. Die Musik trägt diese Spannung in sich: ein prägnantes Vier-Ton-Motiv durchzieht das gesamte Werk wie ein Verhör, während die Musik zwischen Witz, Nachdenklichkeit und Brillanz pendelt. Schostakowitsch schrieb das Konzert für seinen engen Freund Mstislaw Rostropowitsch, der es noch im selben Jahr uraufführte – auswendig, nach nur vier Tagen Probenzeit.
Den Abschluss macht Tschaikowskis Fünfte – die Schicksalssinfonie. Ein Motiv, vier Sätze, ein langer Bogen von innerer Dunkelheit bis zum majestätischen Finale. Musik, die zeigt, dass Tschaikowski das große Orchesterkino vielleicht nicht erfunden, aber dafür perfektioniert hat.
Es spielt das Staatsorchester Rheinische Philharmonie aus Koblenz, dessen Geschichte bis ins Jahr 1654 zurückreicht – und das seinen Ruf als einer der geschichtsträchtigsten Klangkörper Deutschlands bis heute mit Überzeugung trägt.
Haydn – Schostakowitsch – Dvorak
Als die drei Musiker bei ihrer Gründung 2003 einen Namen für ihr Ensemble suchten, war es schließlich der Musikphilosoph und einer der großen Denker des 20. Jahrhunderts, der für das Trio Pate stehen sollte: Theodor W. Adorno. Womit Christoph Callies, Violine, Samuel Selle, Violoncello, und Lion Hinnrichs, Klavier, von Anfang an unterstrichen, dass für sie Musik mehr als pure Unterhaltung ist, sondern vielmehr künstlerische Passion. Seitdem hat sich das Trio Adorno einer Ästhetik verschrieben, die den homogenen Klang der beiden Streichinstrumente mit dem des Klaviers verbindet, ohne dabei auf die Kontraste und den klanglichen Facettenreichtum der einzelnen Instrumente zu verzichten. Das spiegelt sich dann auch in ihrem Programm wider, das mit dem Klaviertrio E-Dur von Haydn, Schostakowitschs Klaviertrio in e-Moll und Dvoraks Klaviertrio in e-Moll drei höchst anspruchsvolle Werke zur Aufführung bringt.
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Viva la Musica!
Die Klarinettistin Sabine Grofmeier zählt bereits seit vielen Jahren zu den profilierten Künstlerinnen ihrer Generation und wird von der Presse in einem Atemzug mit Sabine Meyer und Sharon Kam genannt. Mit warmem Ton, technischer Brillanz und leidenschaftlicher Musikalität begeistert sie ihr Publikum in den großen Konzertsälen Deutschlands und Europas, wir zum Beispiel im Konzerthaus Wien. Ihre Ausbildung erhielt die in Marl geborene Musikerin in Detmold, Graz und Saarbrücken, ergänzt durch Impulse renommierter Solisten, wie Sabine Meyer, Wolfgang Meyer, Ralph Manno, Ulf Rodenhäuser, Kjell Fageus und Thomas Friedli. Zahlreiche Stipendien und Förderpreise belegen ihre künstlerische Qualität, die sie in eindrucksvollen Auftritten immer wieder unter Beweis stellt. Begleitet wird Sabine Grofmeier von der Pianistin Marina Komissartschik.
Programm:
L. Gottschalk & G. Horsley: Grande Tarantella
L. Gottschalk & G. Horsley: Salento Tarantella
Giaochino Rossini: Una voce poco fa
Peter Tschaikowsky: October. Autumn Song
Giacomo Puccini: O mio babbino caro
Georges Bizet: Habanera
Felix Mendelssohn Bartholdy: Venezianisches Gondellied
Carl Maria von Weber: Grand Duo Concertant op. 48
Dmitri Schostakowitsch: Walzer Nr. 2
Rudolf Sieczyński: Wien, Wien, nur du allein
Ennio Morricone: Medley
Ennio Morricone: Playing Love
Franz Lehár: Lippen schweigen
Nino Rota: Medley
Eduardo di Capua: O sole mio
Luigi Denza: Funiculi Funicula
Nachwuchstalente live
Nach dem beeindruckenden Konzert der Initiative Jugend Kammermusik Hamburg Ende vergangenen Jahres ist die Nachwuchsschmiede im Juli erneut zu Gast im Kulturhof, um junge musikalische Talente zu präsentieren.
Die Initiative ist ein Projekt der Stiftung Jugend Kammermusik Hamburg, gefördert durch „Feldtmann Kulturell“. Sie ermöglicht jungen Musikerinnen und Musikern das Kammermusikspiel auf hohem Niveau. Nach einem erfolgreichen Probespiel werden die Stipendiat*innen zu Ensembles zusammengestellt und ein Jahr lang von erfahrenen Dozentinnen und Dozenten betreut. Die Besetzungen reichen vom Trio bis zum Sextett. Regelmäßige Konzerte und Wettbewerbsteilnahmen gehören ebenso zur Ausbildung.
Seit vielen Jahren werden Ensembles der IJK beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ bis auf Bundesebene mit ersten Preisen ausgezeichnet.
Auf dem Programm stehen diesmal mitreißende Kammermusikwerke, unter anderem von Antonín Dvořák, Louis Spohr und Dmitri Schostakowitsch – gespielt von jungen, hochbegabten Nachwuchskünstler*innen.
Meisterwerke der russischen Musik
Zwei Meisterwerke der russischen Musik präsentiert das Orchester 91 aus Hamburg in St. Laurentii: Sergej Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 2 in c-Moll, op. 18 und Dmitri Schostakowitschs Sinfonie Nr. 5 in d-Moll, op. 47. Rachmaninows Konzert beeindruckt mit seiner lyrischen Schönheit und kraftvollen Emotionalität, während Schostakowitschs Sinfonie durch ihre dramatische Tiefe und spannungsgeladene Kontraste besticht. Beiden Werken gemein ist der tiefe musikalischen Ausdruck mit emotionaler Intensität – eben jene Dramatik, die die russischen Komponisten so einzigartig macht.
Seit 1991 ist das Hamburger Orchester 91 Sammelpunkt für rund 100 leidenschaftliche Musikerinnen und Musiker. Seine Besonderheit ist die bunte Mischung aus erfahrenen Laien, ausgebildeten Musiker und engagierten Musikstudenten. Gemeinsam arbeiten sie an großen sinfonischen Werken, die sie jedes Jahr im Großen Saal der Laeiszhalle präsentieren. Alle arbeiten unter der Leitung von Emanuel Dantscher ehrenamtlich, vereint durch die Liebe zur Musik und die Freude am gemeinsamen Musizieren.
Emotionale Tiefe
Felix Mendelssohn-Bartholdys „Ouvertüre Die Heimkehr aus der Fremde“, Saint-Saens Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1 in A-Moll op. 33 und Wolfgang Amadeus Mozarts „Sinfonie Nr. 41 C-Dur“ (Jupiter-Sinfonie) stehen im Mittelpunkt des Gasspiels der Philharmonie Lemberg. Dabei repräsentieren sie zwar unterschiedliche Epochen, teilen jedoch eine besondere emotionale Tiefe. Mendelssohns Ouvertüre strahlt Leichtigkeit und Romantik aus, während Mozarts Jupiter-Sinfonie schließlich erhabene Schönheit und komplexe Strukturen der Wiener Klassik vereint.
Die Lemberger Philharmonie, 1902 gegründet und eng mit Franz Xaver Mozart verbunden, gehört zu den renommiertesten Orchestern der Ukraine. Das Orchester, das seit 2006 den Titel „Akademisch“ trägt, gastiert in der Saison 2024/25 unter der Leitung von Gudni A. Emilsson in Itzehoe.