Stürmische Zeiten
Die Zeichen stehen in Brunsbüttel auf Sturm – allerdings (hoffentlich) nur musikalisch. Das Schleswig- Holsteinischen Landestheater ist wieder im Elbeforum zu Gast und präsentiert ein kraftvolles Konzert unter der Leitung von Sergi Roca Bru. Auf dem Programm stehen: Die Faust-Ouvertüre op. 46, von 1881 von Emilie Mayer. Die 1812 geborene Mayer, bekannteste Komponistin der Romantik, galt als „weibliche Beethoven“. In einem offenen Haus in Berlin lebend pflegte sie Kontakte zu vielen bedeutenden Persönlichkeiten. Puccinis Streichquartette stehen im Schatten seiner Opern. Die Crisantemi Partitur könnte Opernfreunden vertraut sein, in Manon Lescaut begleitet sie die Sterbeszene der Titelheldin, gilt doch die Chrysantheme als Trauerblumen. Florence Price, geboren 1887, ist erste Afroamerikanerin, die als klassische Komponistin bekannt wurde. Für sie war kein Platz im musikalischen Kanon, ein Großteil ihrer Kompositionen blieb unveröffentlicht. Im Elbeforum erklingt ihr Klavierkonzert in d-Moll. Das Beethoven-Musical im Elbeforum war großes Musiktheater; heute steht aber nicht Beethoven selbst im Mittelpunkt, sondern seine 7. Sinfonie A-Dur op. 92 von 1811/12. Sie gilt als musikalische Auseinandersetzung mit den Befreiungskriegen.
Eine musikalische Weltreise am Klavier
Nichts weniger als eine Weltreise bietet die Pianistin Hanna Bachmann ihrem Publikum an diesem Abend an. Die Zuschauer können dabei allerdings entspannt sitzen bleiben, denn die Erdumrundung, die gleichzeitig auch eine Reise durch die Jahrhunderte ist, findet rein musikalisch statt. Ausgangspunkt ist Deutschland mit einem Stück der deutschen Komponistin Emilie Mayer, Österreich wird im Anschluss durch Franz Schubert vertreten. Die weiteren Stationen sind: Tschechien: Bohuslav Martinu – Griechenland: Manos Hadjidakis – Ukraine: Myroslav Skoryk – Russland: Anton Rubinstein – Armenien: Arno Babadjanian – Türkei: Ahmed Adnan Saygun – Israel: Bracha Bdil – Iran: Iradj Sahbai – China: Wang Jianzhong – Japan: Kikuko Kanai – Australien: Roy Agnew – Brasilien: Francisco Mignone – Argentinien: Carlos Guastavino – Kuba: Ernesto Lecuona – Mexiko: Manuel María Ponce – USA: Scott Joplin – Norwegen: Edvard Grieg – Schweiz: Joachim Raff – Spanien: Enrique Granados – Frankreich: Cécile Chaminade – Italien: Muzio Clementi – Ungarn: Béla Bartók.
Eine rege Konzerttätigkeit führt die 1993 geborene Musikerin aus ihrer Heimat Österreich regelmäßig auch nach Deutschland, ins restliche Europa und darüber hinaus. Besonders hervorzuheben sind dabei ihre Auftritte im Wiener Musikverein, in der Berliner Philharmonie und im Beethovenhaus Bonn. Mit zwölf Jahren wurde die junge Pianistin ans Landeskonservatorium Feldkirch aufgenommen, bevor sie nach Wien wechselte. Ab 2011 studierte sie bei Pavel Gililov am Mozarteum Salzburg, wo sie 2015 ihr Bachelor- und zwei Jahre später ihr Master-Studium mit Auszeichnung absolvierte.