Backstage

Konzert der Stipendiaten der Albert-Schweitzer-Musikakademie

Nachwuchs mit Ausdruckskraft

Mendelssohn, Dvořák, Paganini – und Dutilleux, Lalo, Ibert, Bruch. Das Programm zeigt, dass die Stipendiaten der Albert-Schweitzer-Musikakademie keine Angst vor großen Namen haben. Mehrere Nachwuchsmusikerinnen und -musiker präsentieren an Violine und Querflöte ein facettenreiches Programm – Werke, die technisches Können verlangen und gleichzeitig Raum lassen für das, was Kammermusik erst lebendig macht: Spielfreude, Ausdruck, das Gespür für den Moment. Am Klavier begleitet Anette Kröger die Violinen.

Das Konzert richtet sich ausdrücklich auch an ein junges Publikum – an alle, die Kammermusik neu entdecken möchten. Die Stipendiaten bringen dafür die beste Voraussetzung mit: Neugier, Energie und eine spürbare Lust am Spiel.

Symphonisches Bläserquintett Hamburg

Musikalische Landschaften

September 1788. Mozart weilt in Wien und schreibt in wenigen Wochen drei Sinfonien, darunter die g-Moll-Sinfonie Nr. 40 – eines der rätselhaftesten Werke der Klassik, getrieben von einer Energie, die sich bis heute nicht ganz erklären lässt. Dass dieses Stück gut zwei Jahrhunderte später für fünf Bläser umgearbeitet werden würde, hätte sich Wolfgang Amadeus wohl kaum vorstellen können. Und doch: In Guido Schäfers Arrangement gewinnt das Werk eine neue Qualität – direkter, kammermusikalisch intimer, die dramatische Energie wie durch ein Prisma gebrochen.

Zuvor eröffnet das Symphonische Bläserquintett Hamburg – Susanne Barner, Flöte, Marc Renner, Oboe,  Elmar Hönig, Klarinette, Peter Gulyka und Horn, Christian Ganzhorn, Fagott – den Abend mit zwei Stücken, die den ausgehenden Sommer noch einmal (musikalisch) erlebbar machen sollen: Samuel Barbers „Summer Music“, für genau diese Besetzung geschrieben, ist ein impressionistisch schimmerndes Werk – warm, leicht und dabei nie seicht. Dazu Mendelssohns „Sommernachtstraum“, ebenfalls in Schäfers Bläserfassung: Musik, die Shakespeare kennt und Shakespeare versteht.

Trio Brontë

Musikalische Geschichtenerzähler

Das Trio Brontë wurde 2022 in Berlin gegründet und besteht aus der deutsch-italienischen Geigerin Chiara Sannicandro, der bulgarischen Pianistin Lili Bogdanova und der amerikanischen Cellistin Annie Jacobs-Perkins. Aufgewachsen mit den leidenschaftlichen, turbulenten Romanen der Brontë-Schwestern, ist das Trio nach den Brontës benannt und von ihrer Leidenschaft für das Geschichtenerzählen, ihrer Intelligenz und ihrer Kameradschaft inspiriert.

Mit dem Programm „Emily Brontë’s influences“ lassen die drei Musikerinnen imaginäre Verbindungen aufleuchten, denn begegnet sind sich Beethoven, die Mendelssohns und die Brontë-Schwestern nie. Was sie eint, ist ihre emotionale Intensität und die innere Dramatik, mit der sie auf eine Zeit des Umbruchs reagieren: Auf sich verändernde Rollenbilder, neue politische Ideen oder auch die Industrialisierung. Und so ist es vielleicht gerade diese „Nicht-Begegnung“, die dieses Programm so spannungsreich macht.

Programm:
Ludwig v. Beethoven – Klaviertrio Op.70, Nr.1 „Geistertrio“
Fanny Mendelssohn – Klaviertrio in d-moll, Op.11
Fanny Mendelssohn – Adagio für Violine und Klavier
Fanny Mendelssohn – Capriccio für Violoncello und Klavier
Felix Mendelssohn – Klaviertrio in c -Moll, Op.66

Enescu Oktett

Streichoktette von Mendelssohn & Enescu

Es war sein erster großer Erfolg: Mendelssohns jugendlich überschwängliches Meisterwerk – sein erster großer Geniestreich, mit dem der erst 16-jährige 1825 die Gattung des Streichoktetts begründete. Eine Besetzung mit vier Violinen, zwei Violen und zwei Celli stellte eine absolute Neuerung in der Musik dar. Nur zwei Jahre älter war George Enescu, als er im Jahr 1900 sein Oktett vollendete und der Konzertwelt ein hoch-expressives Unikat schenkte. Die acht Kammersolisten NDR Elbphilharmonie Orchesters spüren Mendelssohns unnachahmliche Brillanz und Enescus auf die Spitze getriebene Ausdruckskraft nach.

Die Nacht der Chöre

Gut bei Stimme

Drei Chöre mit gänzlich unterschiedlichem Charakter singen Werke aus vier Jahrhunderten. Auf dem Programm steht eine faszinierende musikalische Reise – ausgehend von Brahms’ und Mendelssohns hochanspruchvollem Vokalwerk über geschickt arrangierte Volkslieder und internationale Chormusik bis hin zu herrlich mitreißenden Songs unserer Zeit. Wohlklingende Überraschungen sind also garantiert!

Der Mädchenchor Hamburg zählt zu den renommierten jungen Ensembles der Stadt und vereint rund 200 Sängerinnen, die regelmäßig in Konzerten zu hören sind. Mit etwa 25 Mitgliedern bildet die Kantorei St. Jürgen den traditionsreichen Gemeindechor der Kirchengemeinde und prägt dort das musikalische Leben in Gottesdiensten und Konzerten. Das Vocoder Ensemble ergänzt dieses Spektrum mit seinem sechsköpfigen A-cappella-Klangkörper, der seit 2016 mit stilübergreifenden Programmen von Klassik bis Pop überzeugt.

Trio Vagar

Romantik neu gehört

Das international renommierte Vagar Trio verwirklicht Adolphe Sax´ Traum, das Saxophon als romantisches Instrument zu etablieren – ein Traum, der in seiner Lebenszeit unerfüllt blieb. Seine Vision wird in diesem Konzert umgesetzt: Romantische Werke werden mit Saxophonen interpretiert und bringen bislang unentdeckte Klangfarben hervor. Auf dem Programm stehen das leidenschaftliche Klaviertrio Nr. 1 op. 49 von Felix Mendelssohn Bartholdy sowie das selten aufgeführte Klaviertrio op. 27 von Édouard Destenay – eine Weltpremiere mit dieser Besetzung.

Das Trio Vagar bildet sich aus den zwei Saxophonisten Paul Steinert und Daniel Calvo Valcárcel und dem Pianisten Malte Peters. Paul Steinert und Malte Peters kommen aus Deutschland während Daniel Valcárcel ursprünglich aus Spanien kommt. Bereits vor ihrem Musizieren als Trio haben sie erfolgsversprechende Ziele erreicht. So spielten sie zum Beispiel in der Laeiszhalle und der Elbphilharmonie in Hamburg oder auch im Goethe-Haus in Frankfurt und auf dem Schloss Versailles. Kennengelernt haben sie sich während ihres aktuellen Studiums an der Musikhochschule Lübeck. Daniel Valcárcel und Paul Steinert sind beides Schüler von Asya Fateyeva und Malte Peters studiert bei Konrad Elser. Als Trio hatten sie schon verschiedene Konzerte in Norddeutschland und vor einem Monat sogar eine Konzertreise auf die Faröer Inseln. Von diesem Ort ist auch der Name des Trios inspiriert.

Sabine Grofmeier (Klarinette) & Marina Komissartschik (Klavier)

Viva la Musica!

Die Klarinettistin Sabine Grofmeier zählt bereits seit vielen Jahren zu den profilierten Künstlerinnen ihrer Generation und wird von der Presse in einem Atemzug mit Sabine Meyer und Sharon Kam genannt. Mit warmem Ton, technischer Brillanz und leidenschaftlicher Musikalität begeistert sie ihr Publikum in den großen Konzertsälen Deutschlands und Europas, wir zum Beispiel im Konzerthaus Wien. Ihre Ausbildung erhielt die in Marl geborene Musikerin in Detmold, Graz und Saarbrücken, ergänzt durch Impulse renommierter Solisten, wie Sabine Meyer, Wolfgang Meyer, Ralph Manno, Ulf Rodenhäuser, Kjell Fageus und Thomas Friedli. Zahlreiche Stipendien und Förderpreise belegen ihre künstlerische Qualität, die sie in eindrucksvollen Auftritten immer wieder unter Beweis stellt. Begleitet wird Sabine Grofmeier von der Pianistin Marina Komissartschik.

Programm:

L. Gottschalk & G. Horsley: Grande Tarantella
L. Gottschalk & G. Horsley: Salento Tarantella
Giaochino Rossini: Una voce poco fa
Peter Tschaikowsky: October. Autumn Song
Giacomo Puccini: O mio babbino caro
Georges Bizet: Habanera
Felix Mendelssohn Bartholdy: Venezianisches Gondellied
Carl Maria von Weber: Grand Duo Concertant op. 48
Dmitri Schostakowitsch: Walzer Nr. 2
Rudolf Sieczyński: Wien, Wien, nur du allein
Ennio Morricone: Medley
Ennio Morricone: Playing Love
Franz Lehár: Lippen schweigen
Nino Rota: Medley
Eduardo di Capua: O sole mio
Luigi Denza: Funiculi Funicula

Chorensemble Lieth-Kontrast

Von Geistlich bis Swing

Gegründet im Jahr 1980 blickt der Chor mittlerweile auf eine über 40-jährige Geschichte zurück. Der Name ist Programm: Er vereint den ursprünglichen Probenort („Unter der Lieth“) mit dem Anspruch an das Repertoire des ambitionierten Chores: stets kontrastreich und nie auf nur eine Epoche, einen Stil oder ein Genre festgelegt. In diesem Jahr präsentierten die Sängerinnen und Sänger wieder ein sehr gemischtes Programm, ausgehend von geistlichen Werken von Mendelssohn, Stanford und Todd – dargeboten mal a capella, mal mit Orgelbegleitung. Im zweiten Teil stehen dann weltliche Stücke im Vordergrund, Volkslieder wie „Es führt über den Main“ und Pop-Arrangements von „I am, what I am“.

Die Mitglieder kommen 14-tägig aus Schleswig-Holstein und Hamburg zusammen, um mit Freude und Engagement gemeinsam zu musizieren. Seit Juli 2022 leitet Uli Hein den Chor mit großem Engagement und musikalischem Geschick.

Konzert für Oboe und Klavier

Musikalischer Herbstzauber

Die St. Laurentii-Kirche lädt zu einem besonderen Kammerkonzert für Oboe und Klavier ein. Die Musikerinnen Claudia Zülsdorf (Oboe) und I-En Liu (Klavier) präsentieren ein vielseitiges Programm mit Werken von Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Camille Saint-Saëns. Das verspricht ausdrucksstarke Klangfarben und virtuoses Zusammenspiel in der stimmungsvollen Atmosphäre der Kirche. Ein musikalischer Herbstnachmittag, der Klassikliebhaber:innen und Neugierige gleichermaßen begeistern wird.

Staatsorchester Rheinische Philharmonie

Meisterwerke im Dialog

Mozarts „Haffner“-Sinfonie, Mendelssohns Klavierkonzert Nr. 1 und Beethovens 7. Sinfonie – das Staatsorchester Rheinische Philharmonie unter der Leitung von Paul Godwin mit dem Pianisten Martin Stadtfeld stellt hier drei Werke von stilprägender Bedeutung gegenüber. Alle drei Werke zeigen auf unterschiedliche Weise die Ausdruckskraft ihrer Zeit: Mozart steht mit seiner festlich-virtuosen Sinfonie für die Spätklassik in Hochform, Mendelssohn vereint im romantischen Klavierkonzert Brillanz mit lyrischem Ausdruck, während Beethoven mit rhythmischer Wucht und Kühnheit neue Wege beschreitet. Die Werke leben von ihrer rhythmischen Kraft und emotionalen Tiefe – und spiegeln so eindrucksvoll den Übergang von Klassik zur Romantik.

Letzte Beiträge und monatliches Archiv