Backstage

Reimer Wulf: Fotografie

Die Welt von oben

Wer Elmshorn von oben sieht, sieht es anders. Reimer Wulf weiß das seit Jahrzehnten – und hat daraus einen Beruf gemacht, der ihn weit über seine Heimatstadt hinausgeführt hat. Der gebürtige Elmshorner hat sich nach seiner Ausbildung in Hamburg auf die gestaltende Luftbildfotografie spezialisiert, mit Schwerpunkt auf Architektur und Stadtlandschaft. Seine Auftraggeber sind die großen Architekturbüros, die großen Zeitungen, Bildagenturen wie das Archiv für Kunst & Geschichte in Berlin, London und Paris – und der Deutsche Bundestag. Für das Auswärtige Amt entstand eine Deutschlandausstellung, die im EU-Ratsgebäude in Brüssel vom Außenminister persönlich präsentiert wurde. Gruppenausstellungen führten ihn ins Guggenheim nach New York, nach Washington und Edinburgh.

Neben den Auftragsarbeiten haben seit einigen Jahren auch seine freien Arbeiten an Gewicht gewonnen – Fotografien, die nicht dokumentieren, sondern gestalten. 2013 erhielt Wulf den Kulturpreis der Stadt Elmshorn, 2015 wurde er in die Deutsche Gesellschaft für Photographie berufen.

Nadine Dietrich

„Schwarze Kunst – Helle Freude“

Ausgangspunkt ihrer Arbeiten sind reduzierte Schwarz-Weiß-Fotografien, die Nadine Dietrich in einem aufwendigen Verfahren auf Kupferplatten überträgt und als Radierungen in limitierter Auflage umsetzt. Im Übergang vom Foto zur Druckgrafik entsteht eine neue Bildqualität: Momentaufnahmen verwandeln sich in verdichtete, atmosphärische Kompositionen.

Ihre klare, minimalistische Bildsprache ist von norddeutscher Weite geprägt. Motive wie Vögel, Wasser, Himmel oder Stege erscheinen als ruhige Bildräume zwischen Leichtigkeit und Vergänglichkeit. Die traditionelle Tiefdrucktechnik verbindet dabei handwerkliche Präzision mit zeitgenössischer Bildauffassung.

Öffnungszeiten:
Mittwoch – Freitag: 10–12 Uhr und 16–18 Uhr
Samstag & Sonntag: 11–13 Uhr

Die Ausstellung wird am Sonntag, 15. März 2026, um 11 Uhr eröffnet, mit einer Einführung und einem Gespräch mit der Künstlerin.

F. C. Gundlach

Der Fotovisionär

Er setzte Weltstars wie Romy Schneider, Zarah Leander oder Cary Grant meisterhaft in Szene und revolutionierte gleichzeitig die Modefotografie. Seine Aufnahmen entstanden oft „on location“ – so setzte F. C. Gundlach als einer der ersten deutschen Modefotografen auf Modereisen, etwa für Bademoden auf Gran Canaria, um ein stimmiges Umfeld zu schaffen. Heute gelten seine Fotografien als ikonisch – nicht zuletzt, da sie gleichzeitig den aktuellen Zeitgeist aufnahmen und widerspiegelten und gleichzeitig selbst stilprägend zukünftige Strömungen beeinflussten. Über die Bedeutung der Modefotografie sagte Gundlach: „Und doch sagen Modefotografien oft mehr über eine Zeit aus, als Dokumentarfotografien, die vorgeben, Realität abgebildet zu haben.“

3 x 11 – Atelier im Koffer

Einblicke in den künstlerischen Prozess

„Was braucht eine Künstlerin/ ein Künstler zum Arbeiten?“ Dieser Frage gehen Mitte Februar drei Kreative nach, die aktuell in der Galerie 11 mit Arbeiten in der Ausstellung „99 Multiples“ vertreten sind: Hanne Nagel-Axelsen, Corinna Kraus-Naujeck und janKB. Jeder der drei Künstlerinnen und Künstler hat elf Tools beziehungsweise Gegenstände im Gepäck, die für sie als wichtige Teile zu ihrem kreativen Prozess dazugehören.

Die in Dänemark geborene Hanne Nagel-Axelsen ist bekannt für ihre phantasievollen Darstellungen von Tieren, die menschliche Emotionen widerspiegeln, und hat über sechs Jahrzehnte hinweg ein beeindruckendes Werk in Malerei, Grafik und Plastik geschaffen. Die Werke von Corinna Kraus-Naujeck zeichnen sich durch eine vielschichtige Technik aus, bei der sie transparente Papiere und Farbschichtungen verwendet, um atmosphärische Räumlichkeiten zu schaffen. janKB ist als Kommunikationsdesigner tätig. Seine künstlerischen Arbeiten umfassen Fotografie, Video und Multimedia, wobei er sich häufig mit Themen wie Isolation und innerem Rückzug auseinandersetzt.

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