Backstage

Natalia Ehwald

Poetische Klangwelten am Flügel

Sie gilt als die Poetin unter den deutschen Pianistinnen ihrer Generation: Natalia Ehwald verbindet musikalische Intensität mit einer mitreißenden Energie. Ihre Interpretationen sind kraftvoll und zugleich von großer Natürlichkeit – Qualitäten, die sowohl beim Publikum als auch bei der Kritik gleichermaßen gut ankommen. Nach einem Konzert bescheinigte ihr der „Tagesspiegel“ ein Spiel „aus Schweiß und innerer Glut“, zugleich aber „entwaffnend natürlich und schlicht geradeheraus“.

Besonders Schubert und Schumann haben es der Pianistin angetan. Ihre intensive Beschäftigung mit den beiden Komponisten spiegelt sich auch in ihren hochgelobten CD-Einspielungen wider. Mit ihrem weit gefächerten Repertoire gastiert Ehwald auf bedeutenden Konzertpodien und bei renommierten Festivals. Sie spielte unter anderem in der Berliner Philharmonie, dem Konzerthaus Berlin und der Hamburger Musikhalle und konzertierte mit Orchestern wie den Hamburger Symphonikern und dem Radio Symphony Orchestra Warsaw.

Ihre musikalische Laufbahn begann früh: Bereits als junge Pianistin gewann sie nationale und internationale Wettbewerbe. Nach ihrer Ausbildung in Weimar führte ihr Weg bereits mit 16 Jahren an die Sibelius-Akademie in Helsinki. Entscheidende künstlerische Impulse erhielt sie später von Evgeni Koroliov, bei dem sie ihr Konzertexamen mit Auszeichnung ablegte. Ihre Konzertreisen führen Natalia Ehwald heute regelmäßig durch Europa, Asien und Amerika.

Rune Alver

Norwegens Ausnahme-Pianist in Marne

Rune Alver zählt zu den prägenden Pianisten Norwegens, international bekannt für seine poetischen und zugleich kraftvollen Interpretationen der nordischen Klaviermusik. Seit mehreren Jahrzehnten widmet er sich mit besonderer Intensität dem Werk Edvard Griegs. In Bergen ausgebildet – am Bergen Musikkonservatorium und an der Norges Musikkhøgskole – entwickelte Alver früh eine künstlerische Handschrift, die Klarheit, Klangfarbenreichtum und erzählerische Präzision verbindet. Sein Debüt im Alter von 20 Jahren markierte den Beginn einer internationalen Karriere, die ihn in zahlreiche europäische Länder, nach Russland, China, Südafrika und in die USA führte. Ein Höhepunkt war sein Solo-Recital in der Carnegie Hall in New York. Zu seinem moderierten Konzert in Marne wird Rune Alver Werke von Grieg, Schubert und neueren Komponisten aus Norwegen spielen.

Zenker-Bechtolsheim Duo: Auf, nach Hause!

Sonatenabend mit Werken von J. S. Bach, F. Schubert, A. Dvořák und E. Grieg

Wohin führt der Weg nach Hause? Führt er uns zurück in die Kindheit, zu liedhaften Melodien und fröhlichen Sprungtänzen? Ist es die Versöhnung mit der eigenen Vergangenheit, der Weg zum Frieden mit sich selbst? Oder führt der Weg einfach auf eine Hochzeitsreise? Ob in der Romantik oder schon im Barock, an der Frage nach dem Ziel dieser Reise kommt man nicht vorbei. Die Komponisten Franz Schubert, Antonín Dvořák, Johann Sebastian Bach und Edvard Grieg setzen sich in ihrer Musik für Violine und Klavier auf unterschiedliche Weise mit diesem Thema auseinander. Aber eins verbindet sie: eine spielerische Lebensfreude, die immer wieder durch ihre Musik hindurchleuchtet. Eben diese Lebensfreude vermittelt das Lübecker Duo Zenker-Bechtolsheim im Bürgerhaus Kellinghusen.

Die Geigerin Marie-Luise Zenker und die Pianistin Delia von Bechtolsheim lernten sich an der Musikhochschule Lübeck kennen und gründeten das Zenker-Bechtolsheim Duo im Jahr 2025. Die beiden Musikerinnen verbindet die Liebe zur Kammermusik sowie der Wunsch, mit ihrer Musik in moderierten Konzerten auch Menschen zu erreichen, die weniger Berührung mit klassischer Musik haben. Darin werden sie unter anderem von der Stiftung Live Music Now unterstützt, mit der sie Konzerte in Seniorenheimen, Krankenhäusern und Hospizen gestalten. Zahlreiche Konzerte in Lübeck und Umgebung, u.a. für den Ministerpräsidenten Daniel Günther in Kiel, ergänzen die musikalische Tätigkeit des Duos.

Marie-Luise Zenker studierte in Frankfurt am Main, Basel und an der Musikhochschule Lübeck in der Klasse von Prof. Maria Egelhof, wo sie im Juni 2026 ihren Master of Music abschloss. Kammermusik-Konzerte führten sie u.a. in die Elbphilharmonie und die Berliner Philharmonie. Sie ist außerdem Mitglied des Philharmonischen Orchesters der Hansestadt Lübeck.

Delia von Bechtolsheim wuchs in der Schweiz auf und studierte in Basel, München und seit 2023 in Lübeck bei Prof. Konrad Elser. Sie gewann den 1. Preis beim Klavierwettbewerb „Citta di Massa“ 2022. Seit ihrer Studienzeit ist sie als begeisterte Kammermusikerin in vielfältigen Besetzungen aktiv.

SHMF: Torleif Thedéen & Marianna Shirinyan

An die Musik

„Du holde Kunst, in wieviel grauen Stunden / Wo mich des Lebens wilder Kreis umstrickt / Hast du mein Herz zu warmer Lieb’ entzunden / Hast mich in eine bessre Welt entrückt“ – so heißt es in Franz Schuberts Lied „An die Musik“. Der preisgekrönte schwedische Cellist Torleif Thedéen und die international gefragte armenisch-dänische Pianistin Marianna Shirinyan haben eine besonders innige Beziehung zu diesem kleinen Kunstlied-Juwel und seinen Titel zum Motto ihres Konzertabends beim Schleswig-Holstein Musikfestival gewählt.

Neben einer instrumentalen Fassung von „An die Musik“ erklingen Werke aus ganz unterschiedlichen Epochen, die eines gemeinsam haben: Die Musik wird für die Komponisten zum Raum für Rückzug und Geborgenheit, aber auch für emotionalen Ausdruck und individuelle Entfaltung. Und genauso geht es denjenigen, die das fertige Werk hören – Klänge als Trost, ästhetisches Ideal und Freudenquelle. Die früh entstandenen Cellosonaten von Richard Strauss und Samuel Barber (beide op. 6) präsentieren sich etwa als Schauplatz, wo jugendliche Gefühle in Kunst gegossen werden und hoffnungsvoll „in eine bessre Welt entrücken“. Ein Abend, der die Kostbarkeit von Musik preist!

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Klavierkonzert: Andrey Denisenko

Mozart & Schubert – ein Dialog

Mozart war für Schubert eine zentrale Inspirationsquelle – beide verbindet eine außergewöhnliche Meisterschaft der melodischen Erfindung und ein besonderes Gespür für den Gesang. Während Mozart diese Nähe zur menschlichen Stimme vor allem in seinen Opern entwickelte, prägte Schubert sie durch seine intensive Beschäftigung mit dem Lied. Diese „stimmennahe“ Qualität durchzieht auch ihre Klaviermusik. So entsteht ein Programm, das mit Leichtigkeit und Tiefe, tänzerischer Bewegung und innerer Spannung zwei der größten Melodiker der Musikgeschichte in unmittelbare Beziehung setzt.

Andrey Denisenko, 1992 in Rostow am Don geboren, begann sein Studium 2017 an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. 2018 gewann er den dritten Preis beim Europäischen Klavierwettbewerb Bremen, den ersten Preis beim Wettbewerb der Elise-Meyer-Stiftung und den Steinway-Förderpreis Klassik. 2019 debütierte er im Großen Saal der Laeiszhalle Hamburg und trat seitdem u.a. in der Konzerthalle Carl Philipp Emanuel Bach in Frankfurt/Oder, in der Elbphilharmonie Hamburg und der Philharmonie Berlin auf. Seine Debüt-CD mit Werken von Bach, Brahms und Schumann wurde 2024 bei GENUIN Classics veröffentlicht und von der Fachpresse positiv aufgenommen. 2025 schloss Andrey Denisenko sein Konzertexamen mit Auszeichnung ab und spielte im Großen Saal der Laeiszhalle Hamburg mit den Symphonikern Hamburg.

Programm:
Wolfgang Amadeus Mozart Fantasie c-Moll KV 475
Franz Schubert Klavierstück Es-Dur D 946 Nr. 2
Wolfgang Amadeus Mozart Sonate B-Dur KV 333
Franz Schubert 12 Deutsche Ländler D 790
Wolfgang Amadeus Mozart 12 Variationen über «Ah, vous dirai-je, Maman» C-Dur KV 265
Franz Schubert Sonate a-Moll D 784

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Orchester St. Laurentii

Melodien für den Sommerabend

Das um Bläser erweiterte Orchester St. Laurentii lädt zu einem beschwingten Sommerkonzert ein: Mit der Ouvertüre von Wolfgang Amadeus Mozart Sturm und Drang“-Oper „Idomeneo“, der heiter-eleganten Symphonie No. 5 in B-Dur von Franz Schubert – seiner ersten reifen Symphonie – und der farbenreichen „Ancient Airs and Dances“ Suite No. 2 von Ottorino Respighi, mit der sich der Komponist an die Lautenmusik des 16. und 17. Jahrhunderts anlehnt, erwartet die Besucher ein Programm mit reichlich melodischer Leichtigkeit und klanglicher Eleganz. Festliche Opernenergie, klassischer Charme und tänzerische Klangfarben verbinden sich zu einem musikalischen Potpourri, mit dem das von Dörthe Landmesser geleitete Orchester mit großer Spielfreude die warme Jahreszeit einläutet.

SH Landestheater: „TRAUM!“

Eine musikalische Fantasie

Das Musiktheaterensemble des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters lädt zum Träumen ein! Und zwar in alle Richtungen – mal von Liebe und Leidenschaft, mal von Hass und Rache, mal von Macht und Erfolg. Musikalisch ist die Auswahl dazu riesig, entsprechend vielfältig ist auch das „Traum“-Programm. Wobei der Fokus doch vor allem auf der Liebe liegt, wie in die schwärmerische Verliebtheit, die Tschaikowski in „Ach Tanja, Tanja …“ aus „Eugen Onegin“ in Noten fasst oder Giuseppe Verdis berührende Arie „Caro nome“ aus „Rigoletto“. Dem gegenüber steht die Rossinis Triumpharie „Non più mesta” aus “La Cenerentola“ oder Franz Schuberts Vertonung von Goethes „Erlkönig“ – große Dramatik mit feinem Gruselfaktor!

Programm:
Jacques Offenbach (1819–1880): LES CONTES D’HOFFMANN – „Belle nuit, ô nuit d’amour“ (Barcarole)
Franz Schubert (1797–1828): WINTERREISE – „Frühlingstraum“
Henry Purcell (1659–1695):  KING ARTHUR – „What Pow’r Art Thou“ (Cold Song)
Jacques Offenbach (1819–1880); LES CONTES D’HOFFMANN – „Les oiseaux dans la charmille“ (Puppen-Arie)
Pjotr Iljitsch Tschaikowski (1840–1893): EUGEN ONEGIN – „Ach Tanja, Tanja … Ja ne sposobna k grusti tomnoi“ & „Ljubwi wsje wosrasty pokorny“
Carl Maria von Weber (1786–1826): DER FREISCHÜTZ – „Nein, länger trag ich nicht die Qualen … Durch die Wälder, durch die Auen“
Richard Strauss (1864–1949) DER ROSENKAVALIER – „Mir ist die Ehre widerfahren“
Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791): COSÌ FAN TUTTE – „Soave sia il vento“
Franz Schubert (1797–1828):  „Erlkönig“
Giuseppe Verdi (1813–1901): RIGOLETTO – „Gualtier Maldè … Caro nome“
Richard Wagner (1813–1883): WESENDONCK-LIEDER – „Träume“
Gioachino Rossini (1792–1868): LA CENERENTOLA – „Nacqui all’affanno … Non più mesta“
Paul Abraham (1892–1960): VIKTORIA UND IHR HUSAR – „Mausi, süß warst du heut’ Nacht“

Leitung & Klavier: Borys Sitarski
Moderation: Hendrik Müller
Mit: Anna Avdalyan, Anna Stepanets; Timo Hannig, Christian Alexander Müller

Minetti Quartett

Von Brahms und Schubert bis Schulhoff

2003 in Wien gegründet sind die vier Musiker*innen weltweit auf den Podien zuhause, spielen in den USA, in China, Japan und Australien – und haben längst den Olymp der internationalen Streichquartett-Szene erreicht. Zu ihren musikalischen Partnern der vier „Minettis“ zählen unter anderem Stars wie Kit Armstrong, Fazil Say oder Sharon Kam. Für ihr Debüt bei der Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein bringen die Wahl-Wiener ein wunderbar ausbalanciertes Programm aus Romantik und früher Moderne mit: Franz Schuberts Streichquartett in C-Dur, das mit seiner warmen Klangfülle und seinen weit gespannten Melodien zu seinen schönsten Kammermusikwerken zählt, sowie „5 Stücke für Streichquartett“ von Erwin Schulhoff, die mit lebendigen Rhythmen, überraschenden Stimmungen und Einflüssen aus Tanz und Jazz für frische Kontraste sorgen. Ein Muss für Streichquartett-Fans, ideal auch für „Kammermusik-Einsteiger“.

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Johannes Nies

Recital – Piano Perspectives

Von Carl Philipp Emanuel Bach bis Franz Schubert reicht das Repertoire, das der renommierte Pianist Johannes Nies für sein Konzert in Marne ausgewählt hat. Hier trifft expressive Freiheit auf virtuosen Anspruch: Bachs „Fantasia in C-Dur“ ist ein Paradebeispiel des empfindsamen Stils, Beethovens „32 Variationen über ein eigenes Thema in c-Moll“ bestechen durch ihre dramatische Intensität. Chopins „Nocturne in cis-Moll“ hingegen entfaltet eine melancholische, fast improvisatorische Eleganz, während Schuberts „Wanderer-Fantasie“ als monumentales Meisterwerk symphonische Dichte mit pianistischen Herausforderungen vereint. Jedes dieser Werke durchbrach auf seine Weise die musikalischen Grenzen seiner Epoche.

Johannes Nies ist seit längerem ein gern gesehener Gast im KBH Marne. Dank seiner herausragenden Begabung wurde er mit 15 Jahren Privatschüler des legendären Karl-Heinz Kämmerling. Bei ihm legte er 2007 an der Hochschule für Musik und Theater Hannover sein Diplom ab und studierte anschließend bis zu seinem Konzertexamen in der Soloklasse von Prof. Markus Becker, ebenfalls in Hannover. Zahlreiche Meisterkurse, u.a. bei Alfred Brendel und Pavel Gililov, runden seine Ausbildung ab. Johannes Nies erhielt zahlreiche Preise und Stipendien und konzertierte im In- und Ausland.

Programm:

Carl Philipp Emanuel Bach: Fantasia in C-Dur, H.291
Ludwig van Beethoven: 32 Variationen über ein eigenes Thema in c-Moll, WoO 80
Frédéric Chopin: Nocturne in cis-Moll, op. posth.
Franz Schubert: Fantasie in C-Dur, D 760 „Wanderer-Fantasie“

*** Pause ***

Mix mit Musik u.a. von Claude Debussy, Philip Glass, Nikolai Kapustin, Fazil Say, kombiniert mit eigenen Improvisationen

 

Kalabova & Gugg

Das Klavierduo spielt Schubert und Strawinsky

Die aus Tschechien stammende Tereza Gugg-Kalabova und der Österreicher Johannes Gugg wurden 1998 geboren und bilden bereits seit ihrer Jugend ein Klavierduo. Spätestens seit dem Gewinn eines Sonderpreises beim ARD-Musikwettbewerb 2021 treten die jungen Musiker regelmäßig in großen Konzertsälen auf. In dieser Saison spielten sie beispielsweise im Wiener Konzerthaus sowie im Brahms-Saal des Wiener Musikvereins. Im Oktober debütierten sie auch im Rumänischen Athenäum in Bukarest als Ersatz für Martha Argerich. Beide schlossen im Juni 2022 ihr Solo-Studium an der Kunstuniversität Graz bei Ayami Ikeba mit Auszeichnung ab und setzen ihre musikalische Ausbildung momentan in der Klasse des Klavierduos Silver-Garburg fort.

Programm: 
Franz Schubert (1797-1828): Sonate C-Dur, D. 812 „Grand Duo“
Igor Strawinsky (1882-1971): Petruschka (Burleske in vier Bildern) für Klavier zu vier Händen

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