Wenn die Stadt zur Metapher wird
Der Kunstverein Elmshorn präsentiert vom 24. April bis 5. Juni 2026 die Ausstellung „Zerbrechliche Welt“ der Hamburger Künstlerin Katharina Duwe. In großformatigen Gemälden entwirft sie fiktive Stadtlandschaften – ein kaleidoskopartiges Spannungsfeld zwischen urbaner Architektur und wuchernder Natur. Ihre Serien „Urbanität“, „Stadtmenschen“ und „Lichtreflexe“ kreisen eindringlich um die Frage, wie wir als Menschen in einer sich rasant verändernden Welt leben.
Duwe zählt zu den prägenden Stimmen der zeitgenössischen Malerei in Hamburg. Als Tochter von Harald und Heilwig Duwe entstammt sie einer bedeutenden Künstlerfamilie und hat eine unverwechselbare Handschrift entwickelt, die weit über die Region hinaus Beachtung findet. Internationale Arbeitsaufenthalte von New York bis Marrakesch, zahlreiche Auszeichnungen und die Präsenz ihrer Werke in renommierten Sammlungen unterstreichen ihre künstlerische Bedeutung.
Die Eröffnung findet am Freitag, 24. April, um 18 Uhr statt – mit einem Künstlergespräch statt klassischer Einführung.
Am 28. Mai lädt ein Workshop für Jugendliche (10–16 Jahre, 10 €) zur kreativen Auseinandersetzung ein. Anmeldung bis 21. Mai: info@kunstverein-elmshorn.de
Öffnungszeiten:
Mi–Fr 10–12 & 16–18 Uhr,
Sa & So 11–13 Uhr.
AugenBlicke
Mit Irene Heller-Janton und Isabel Lange stellt die Galerie 11 zwei Künstlerinnen vor, die seit Jahrzehnten in der Kreativszene des Landes mitmischen. Beide sind mit einer handwerklichen Ausbildung gestartet und haben inzwischen ihren eignen, unverkennbaren künstlerischen Ausdruck gefunden.
Irene Heller-Janton studierte Gestaltung in Hamburg bei Gisela Bührmann und ist seit 50 Jahren als diplomierte Textildesignerin tätig. Vor über 30 Jahren rückte in ihrem Atelier die freie Malerei in ihren Mittelpunkt. Ihre Bilder sind farblich reich und durchdacht komponiert – mal mit erkennbaren Motiven wie Figuren, gerne Gesichtern und Ausschnitten oder Blumen, ganzen Gärten oder Landschaften – mal von der Wirklichkeit entrückt und sphärisch klingend oder von mystischen Strukturen durchsetzt.
Isabel Lange hat in Schleswig-Holstein eine große Werkstatt für Metall und arbeitet am liebsten mit Eisen. Dabei entstehen klassische Formen von Vögeln oder Figurinen. Wiedererkennbar sind ihre Stelen: Frauendarstellungen, bei denen das Kleid, das große Tuch oder auch die Haare zusammengesetzt sind aus einzelnen verschweißten Mosaikteilen, die dann mit den vielen Zwischenräumen wie ein Scherenschnitt in Schwarz-Weiß erscheinen. Einige solcher Damen im Wind stehen an öffentlichen Plätzen.
Der Titel der Ausstellung „AugenBlicke“ bezieht sich dabei auf die Spontaneität, sich für ein Motiv zu entscheiden, sowie auf die Vergänglichkeit schöner Augenblicke. Bei der Ausstellungseröffnung am Sonnabend, 21. März, um 17 Uhr, wird die Galeristin Bettina Winkler-Marxen wird die Künstlerinnen in einem Interview vorstellen.
Öffnungszeiten: Do 11-14 Uhr, Fr 15-18 Uhr, Sa 11-14 Uhr
Out of the Blue
Woher kommen die Motive in Jana Jacobs Bildern? Sie sagt: „Da, wo die Realität durch einen flüchtigen, traumähnlichen Zustand geht. Dort, wo Menschen das Gefühl haben, sich zu erkennen.“ OUT OF THE BLUE (deutsch: aus heiterem Himmel) verweist auf dieses Spiel mit dem Unerwarteten, das den Geist frisch hält und ständig neue Wege erfordert.
Jana Jacob ist eine deutsch-thailändische Künstlerin aus Süddeutschland. Sie studierte Freie Kunst in Stuttgart, Paris und San Francisco und lebt seit 15 Jahren in Berlin. Mit Malerei aufgewachsen, wandte sie sich zuerst der Video- und Performancekunst zu, um dann wieder zur Malerei zurückzukehren. Grundlage ihrer Bilder sind Referenzfotos, in den letzten beiden Jahren primär von sich selbst. So wird Ihr Körper zum Objekt, arrangiert in Beziehung zu alltäglichen Gegenständen wie Stühlen oder Luftmatratzen. Durch eine besondere Draufsicht und zum Teil extreme Perspektiven entfernt sich das Motiv zurück vom Alltäglichen ins Unerwartete oder auch Unheimliche.
Die Eröffnung findet statt am Sonnabend, 7. Februar, um 17 Uhr in Anwesenheit der Künstlerin. Das geführte Interview erscheint dann bei Kultur und Wort, dem Kunst-Podcast ausm Norden.
Danach läuft die Ausstellung noch bis zum 14. März. An diesem letzten Tag findet dann um 13 Uhr die Finissage mit der Künstlerin statt.
Die Öffnungzeiten sind: Do 11-14 Uhr, Fr 15-18 Uhr, Sa 11-14 Uhr
Zwischen Realität und Reflexion
Anlässlich des 100. Geburtstags von Gisela Bührmann (1925–2011) zeigt das Kreismuseum Prinzeßhof eine umfangreiche Retrospektive. Ausgestellt werden Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken aus sechs Jahrzehnten, viele davon aus dem bislang kaum öffentlich gezeigten Nachlass der Künstlerin. Im Fokus steht Bührmanns klare, gegenständliche Bildsprache, mit der sie sich bewusst gegen den Trend zur Abstraktion stellte. Ihre Stillleben, oft mit alltäglichen Objekten wie Knochen, Muscheln oder Brot, thematisieren Vergänglichkeit und Verwandlung. Ebenso zentral ist das Selbstporträt, mit dem sie wiederholt ihre Rolle als Frau und Künstlerin reflektierte. Bührmanns Werk überzeugt durch formale Strenge, emotionale Tiefe und intellektuelle Autonomie. Trotz Ausstellungen in namhaften Häusern blieb sie zeitlebens unabhängig.
Schönheit im Alltäglichen
Überschwemmte Felder mit Ackerfurchen, in den Pfützen spiegelt sich das Licht: Mathias Meinel verwandelt in seiner Kunst das scheinbar Unspektakuläre zu einem ästhetisch schönen Bildsujet. Sein künstlerisches Thema ist die Landschaft des Nordens. Ausgangspunkt seiner Werke ist jedoch nicht die unberührte Natur, sondern das vom Menschen geformte Land. 2019 wurde Mathias Meinel in die Gruppe der Norddeutschen Realisten aufgenommen. Seine Bilder sind in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen, auch über die Staatsgrenzen hinaus, sowie in öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten. Sein künstlerisches Studium absolvierte er ab 2003 in Kassel, bevor er 2010 nach Hamburg zog, wo er seitdem lebt und arbeitet.
Ode an das Leben
In ihren Bilder öffnet die Gifthorner Künstlerin Manuela Grupe einen Raum, in dem die dargestellten Protagonisten den Betrachter hineinbitten in ihren persönlichen und damit einzigartigen Moment und bei dieser Begegnung die ureigenen Erfahrungen und Sichtweisen mitzubringen und in einen inneren Dialog zu treten. Mit ihren Werken möchte Grupe dabei eine Ode an das Leben anklingen lassen. Ausgedrückt durch die meist im Alter fortgeschrittenen Protagonisten: Ungeschönt, authentisch, ungekünstelt, von der Lebensfeile markant zu einem wundervollen Individuum geschliffen, bewegen sich diese in einem mit Symbolik angelegten Raum und spiegeln die Fülle des Lebens in Form und Farbe wider. Eine zunächst anmutende Überfrachtung im Nahblick kehrt sich dann zu einer harmonischen Ruhe im Gesamteindruck um.
Vom Alltag zur Abstraktion
In seinen Bildern experimentiert der gebürtige Hamburger mit expressiver Farbigkeit, der Abstraktion von Formen sowie der Veränderung und Verflüchtigung von Realitäten. Die Motive, die Jan Köhnholdt aus den Medien oder aus alltäglichen Erlebnissen entnimmt, variieren: Mal steht das Geschehen im Vordergrund, mal die Eigenheit, die Komik oder die Schönheit des Erlebten. Immer jedoch bleibt der Mensch im Zentrum – seine Eitelkeit, das Spannungsverhältnis von Sein und Schein, sowie sein Verhalten in verschiedenen Lebenssituationen, sei es in der Gesellschaft oder der Politik. Die Bildmotive sind dabei nur „Funkengeber“, so Köhnholdt: „Ich löse mich von der Realität, ergänze, überhöhe und wandle sie ab. Das Bild und sein Geheimnis wird von den Betrachtern unterschiedlich interpretiert, ein Vorgang, der mich besonders fasziniert und interessiert, da ich immer bestrebt bin, eine Offenheit der Wahrnehmung zu ermöglichen.“
Landschaften und Meerbilder von Wenzel Hablik
„Niemals aber hat jemand das Meer so gemalt wie ich …“ Diese selbstbewussten Worte schrieb Wenzel Hablik im August 1908 auf Sylt in sein Tagebuch. Die Natur war stets eine große Inspirationsquelle für den Künstler; bereits als Kind prägten ihn die Erlebnisse in den Brüxer Bergen in Böhmen nachhaltig. Nach einer Wanderung durch die Alpen und der Besteigung des Mont Blanc im Jahr 1906 bezeichnete er die Bergwelt als Symbol der „gewaltigen Natur“. 1913 malte er das beeindruckende Felsmassiv des Zlatnik im Böhmischen Mittelgebirge.
Das Meer, das er erstmals bei einem Malstipendium auf Sylt erblickte, beeindruckte Hablik tief. Anschließend studierte er es an Orten wie Sylt, Föhr, Helgoland und in Dithmarschen und brachte die verschiedenen Stimmungen in seiner Kunst zum Ausdruck.