Backstage

Seraina Grupp: Geschmacksbibliothek

Kunst als ökologische Praxis

Im ersten Stock und im Café des M.1 der Arthur Boskamp-Stiftung ist mit der Geschmacksbibliothek von der Schweizer Künstlerin Seraina Grupp ein Raum des Austauschs und der Sammlung entstanden. Die fortlaufende Installation versteht sich als lebendiges Archiv für lokale Pflanzen, überraschende Aromen und geteiltes Wissen. Im Zentrum steht die Frage: Welche Geschmäcker liegen in unserer unmittelbaren Umgebung verborgen – und wie lassen sie sich konservieren, weitergeben und gemeinsam erleben?

Bis zum Projektende im März 2026 lädt die Geschmacksbibliothek dazu ein, Rezepte und Konservierungsmethoden zu teilen, auszuprobieren und zu dokumentieren. Eingemachtes und Eingelegtes werden nicht nur bewahrt, sondern auch getauscht – als Einladung zu vielfältigen Geschmackserlebnissen und kollektiver Erinnerung. Der Tauschcharakter der Bibliothek betont eine Praxis des Gebens und Teilens, bei der lokale Pflanzen neue Aufmerksamkeit erhalten und als Träger*innen ungewohnter, experimenteller Aromen sichtbar werden.

Die Geschmacksbibliothek der Künstlerin Seraina Grupp ist Teil des kuratorischen Programms Kunst als ökologische Praxis von Ronald Kolb, dem aktuellen künstlerischen Leiter des M.1 der Arthur Boskamp-Stiftung. Kunst als ökologische Praxis ist ein prozessbasiertes Ausstellungsprojekt, das ökologische Fragestellungen durch Workshops, Performances, Screenings, Installationen und Kochen erforscht und sich um künstlerische Forschung, gemeinschaftliche Aktivitäten und vier Assemblies strukturiert.

So machen Sie mit:
– Bringen Sie Eingemachtes oder ein Rezept vorbei
– Kommen Sie zum Tauschen, Probieren oder einfach zum Gespräch
– Helfen Sie mit, eine Bibliothek des Geschmacks wachsen zu lassen

Termine zum Mitmachen & Austauschen vor Ort im M.1:
23. September 2025, 18 Uhr
21. Oktober 2025, 18 Uhr

Anja Matzke: „Grenzen“

Installation & Malerei

Einerseits beschränken Grenzen. Andererseits bieten sie Orientierung, Sicherheit und Halt. Die erste Begrenzung, die wir erfahren, ist die Fruchtblase im Mutterleib. Sie gibt dem Ungeborenen Schutz und Sicherheit. Im weiteren Leben aber engen uns Grenzen oft ein. Ihre Wirkung kann einschränkend, ungerecht, gewaltvoll und sogar tödlich sein. Anja Matzke hat sich in dieser Ausstellung mit der Ambivalenz des Themas beschäftigt, sich der Vielschichtigkeit und den subtilen Facetten des Themas in Hinsicht auf persönliche und gesellschaftspolitische Aspekte genähert. Neben ihren eigenen Arbeiten zeigt diese Ausstellung mit 66 Beiträgen auch die Positionen anderer Menschen zu diesem Thema. Künstler*innen aus Marne und deutschlandweit haben an dem partizipativen Projekt GRENZEN teilgenommen. Alle Beiträge sind in dieser Ausstellung zu sehen.

Anja Matzke ist 1964 in Osnabrück geboren. Von 1985 bis 1989 absolvierte sie ein Kunststudium an der „Hochschule für Künste im Sozialen“ in Ottersberg. Seit 1989 ist sie freiberuflich tätig als Künstlerin, Kunstpädagogin und Designerin. Von 2009 bis 2013 studierte sie zudem Textildesign an der HAW Hamburg. Anja Matzke ist Mitglied des Bund Bildender Künstler*innen (BBK) Hamburg.

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