Backstage

Dorn im Auge

Gruppenausstellung mit Künstler*Innen des Hauses

Der „Dorn im Auge“ steht für das, was stört, was unangenehm ist, was sich kaum ignorieren lässt. Ein Dorn im Auge fordert uns heraus, zwingt uns zur Reaktion. Insbesondere in der Kunst ist der Dorn ein Symbol für Irritation, drängt uns dazu, genauer hinzusehen. Wir sind aufgefordert, die bequeme Position zu verlassen und einen Moment innezuhalten, um das Unbehagen, das Störende zu betrachten. Kunst hat in ihrer Geschichte immer wieder die Rolle des unbequemen Spiegels übernommen. Sie irritiert, provoziert, stellt Fragen und fordert zur Auseinandersetzung heraus. Die Kunst lehrt uns, mit dem Unangenehmen umzugehen, es zu reflektieren, es als Antrieb zur Entwicklung zu begreifen. Der Dorn im Auge ist damit auch ein Hoffnungssymbol – ein Zeichen dafür, dass Störung nicht Stillstand, sondern Bewegung bedeutet. 22 Künstlerinnen und Künstler waren aufgefordert, sich dem Thema zu stellen. Ihre Arbeiten zeigen das Kultur- und Bürgerhaus in dieser Ausstellung.

Die Künstler*Innen sind:  Petra Bergerhoff, Anne Bock, Ansgar Brodersen, Ursula Dietze, Felix Eckardt, Tom Gefken, Marit Gromus, Johannes Hartmann, Stefan Hillgruber, Barbara Kirsch, Dieter Koswig, Irmgard Kullmann, Paolo Moretto, Ralf-Rainer Odenwald, Tomasz Paczewski, Jens Rausch, Torsten Richter, Ele Runge, Carola Schapals, Manfred Schlüter, Nicolas Wagner und Edwin Zaft.

Nicolas Wagner: „Kreisen“

Debüt des Antiperfektionisten

Nicolas Wagner ist 22 Jahre alt und in Marne aufgewachsen, wo er an der Europaschule auch sein Abitur absolviert hat. Die Kunst war immer wichtiger Bestandteil seines Lebens. Da schon seine Mutter gern gemalt hat, war im Hause stets alles vorhanden, was man zur Malerei benötigt. Allerdings wurde für Nicolas Wagner erst mit dem Auszug aus dem Elternhaus eine echte Leidenschaft daraus. In den eigenen vier Wänden hatte er nun die nötige Privatsphäre und den Freiraum, die im Kopf kreisenden Fantasien und Gedanken auf die Leinwand zu bannen. Vorzugsweise auf runde Leinwände, die er selbst bespannt. Seine kraftvoll expressiven Bilder entstehen spontan. „Perfektionismus? Das gibt es bei mir nicht“, erklärt Nicolas Wagner. Es beginnt mit einer vagen Idee – der Rest ist Intuition. Und sein zweifellos vorhandenes Talent. Unter dem Titel „Kreisen“ präsentiert das KBH die allererste Ausstellung des jungen Künstlers.

Inter.Mezzo

Anne von der Heyde (Bronzen) und Yorjander C. Hernández (Bilder)

Zwei in Lübeck wohnhafte Kreative präsentieren ihre ganz unterschiedlichen Werk in der Galerie 11 in Itzehoe. Ihre Ausstellung „Inter.Mezzo“ ist nicht nur ein Zwischenspiel der Lübecker in Itzehoe, sondern verweist auf Episoden des Lebens, Kurzgeschichten, die, weil sie kurz sind, lebendig bleiben, aber auch flüchtig. Kurz und knapp, aber genau beobachtet.

Anne von der Heyde (geboren 1977) ließ sich in Hamburg und Wismar ausbilden und arbeitet als Grafikerin, Kunsthistorikerin sowie Diplom-Designerin. Seit 2011 lebt sie als freischaffende Künstlerin in Lübeck und verzauberte etliche Kunstinteressierte bereits mit ihren kleinen Bronzen – unter anderem bei der Kunstschaffen-Schau in Flensburg. Sie hält in ihren Kunstwerken gerne originelle Augenblicke des Lebens fest, ob nun der Hund in besonderen Lebenslagen gezeigt wird – oder der Mensch. Sie selber schreibt dazu:  „Manchmal zeigen sie einfach nur das Dasein. Aber stehts geht es mir um das Greifbare. Das Leben, genau genommen.“

Yorjander Capetillo Hernández (geboren 1982) ist gebürtiger Kubaner und studierte in Havanna Bildende Kunst und Bühnenbild. In den 2010er Jahren arbeitete er am Entropia-Theater und als Design-Professor in Havanna, 2020 dann als Bühnenmaler an der Hamburger Staatsoper. 2014 ist er erstmals auf der NordArt in Büdelsdorf vertreten. Seine Werke sind bildgewaltig mit spannungsreicher Farbgebung. Idyllische Stadt – und Naturlandschaften reihen sich an figürliche Darstellungen und zeigen Menschen in oftmals ambivalenten Gefühlswelten, sensibel und provokant.

80 Jahre Künstlerbund Steinburg

Im Dialog mit Kunstwerken des Kreismuseums Prinzeßhof

Anlässlich des 80-jährigen Bestehens des Künstlerbundes Steinburg widmet das Kreismuseum Prinzeßhof dem Jubiläum eine besondere Ausstellung, die Gegenwart und Vergangenheit miteinander verbindet. Unter dem Titel „80 Jahre Künstlerbund Steinburg – Im Dialog mit Kunstwerken des Kreismuseums Prinzeßhof“ treten zeitgenössische Werke aktueller Mitglieder des Künstlerbundes in einen spannenden Dialog mit historischen Kunstwerken aus der Museumssammlung.

Im Zentrum der Ausstellung steht der Austausch über Generationen hinweg: Wie antworten heutige Künstlerinnen und Künstler auf die Werke früherer Kolleginnen und Kollegen? Welche Themen und Ausdrucksformen bleiben, welche wandeln sich? So entsteht ein lebendiges Bild regionaler Kunstentwicklung vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis heute – geprägt durch individuelle Handschriften, gesellschaftliche Veränderungen und den fortwährenden künstlerischen Diskurs.

Der Künstlerbund Steinburg wurde 1945 in Itzehoe gegründet und ist heute die älteste aktive Künstlervereinigung Schleswig-Holsteins. Über Jahrzehnte hinweg war und ist er eine tragende Säule des kulturellen Lebens im Kreis Steinburg und darüber hinaus. Das Kreismuseum Prinzeßhof besitzt zahlreiche Werke regionaler Kunstschaffender darunter viele ehemalige Mitglieder – wie Friedel Anderson, Ingeborg Blankenstein, Karl-Heinz Kock, Hanns Radau und Otto Warnke – die in der Ausstellung mit aktuellen Positionen in Beziehung gesetzt werden.

Ergänzend zur Ausstellung im Kreismuseum werden in der Hablik Lounge in der Feldschmiede 52 im Format „4 x 2 Wochen Künstlerbund im Dialog“ im vierzehntägigen Wechsel weitere Werke der Künstlerbund Mitglieder gezeigt.

Am 25.Oktober, 8. Und 22 November finden gemeinsame Führungen an beiden Ausstellungsorten statt.

Michael Witt: Acrylmalerei

Die Freude am Experimentieren

Abstraktes, Maritimes, Gebäude – Michael Witt will sich nicht festlegen. Dem Itzehoer Maler ist die Freiheit des Experimentierens mit Farben und Techniken weitaus wichtiger. Die Lust zum Malen begleitet Witt bereits seit seiner frühen Jugend. In der Oberstufe belegte er mit vollem Einsatz den Leistungskurs in Kunst. Nach dem Abitur entschied sich Witt für eine Ausbildung im grafischen Gewerbe und absolvierte eine Lehre als Druckvorlagenhersteller bei Gruner & Jahr. Hier konnte er die Grundlagen für künstlerische und druckrelevante Techniken erlernen und vertiefen. Bis zum Eintritt in die Selbstständigkeit war er als Fertigungsplaner tätig, wo die technische und handwerkliche Realisierung von Druckerzeugnissen sein Aufgabengebiet war. Fortwährend begleitete ihn die Malerei in Acryl und Öl. Seit 2024 ist er ausschließlich als freischaffender Künstler in seinem Atelier in Itzehoe tätig.

Die Finissage findet am Fr., 17.10.2025 um 19.30 Uhr statt.

 

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Inge Wilkens: „Polar“

Malerei & Objekte

Inge Wilkens setzt sich künstlerisch mit der äußeren und der inneren Natur auseinander. Von den oberflächennahen, durch Wind angetriebenen Meeresströmungen inspiriert, entsteht ihre expressionistisch-abstrahierte Malerei. Maritime Motive verdichtet sie zu kalligrafischen Kürzeln. Ihre Bilder entstehen spontan und schwungvoll: wunderbare, reduzierte monochrome Landschaften – Notate –, die sie mit Gouachen und Wasserfarben auf Pflanzenbasis sowie verschiedenen Aschen, Schlick oder Talkumpuder erstellt. Auch verbrannten Seetorf, der je nach Salzgehalt helles bis tiefrotes Farbpulver ergibt, verwendet sie in ihren Bildern.

Unter dem Titel „POLAR” präsentiert Inge Wilkens nun neue Arbeiten, in denen sie sich unter anderem mit der Eisschmelze in Arktis und Antarktis auseinandersetzt. Das Schmelzen der Polkappen ist eines der sichtbarsten und dramatischsten Symptome des Klimawandels und die Polarregionen reagieren besonders empfindlich auf die globale Erwärmung.

Inge Wilkens, 1942 in St. Margarethen geboren, ist studierte Kunstlehrerin. Sie unterrichtete einige Jahre an Schulen und in der Lehrerfortbildung und arbeitete von 1973 bis 1993 als freischaffende Künstlerin auf der Nordseeinsel Föhr. Seit 2011 lebt und arbeitet sie in Bredstedt.

Anja Matzke: „Grenzen“

Installation & Malerei

Einerseits beschränken Grenzen. Andererseits bieten sie Orientierung, Sicherheit und Halt. Die erste Begrenzung, die wir erfahren, ist die Fruchtblase im Mutterleib. Sie gibt dem Ungeborenen Schutz und Sicherheit. Im weiteren Leben aber engen uns Grenzen oft ein. Ihre Wirkung kann einschränkend, ungerecht, gewaltvoll und sogar tödlich sein. Anja Matzke hat sich in dieser Ausstellung mit der Ambivalenz des Themas beschäftigt, sich der Vielschichtigkeit und den subtilen Facetten des Themas in Hinsicht auf persönliche und gesellschaftspolitische Aspekte genähert. Neben ihren eigenen Arbeiten zeigt diese Ausstellung mit 66 Beiträgen auch die Positionen anderer Menschen zu diesem Thema. Künstler*innen aus Marne und deutschlandweit haben an dem partizipativen Projekt GRENZEN teilgenommen. Alle Beiträge sind in dieser Ausstellung zu sehen.

Anja Matzke ist 1964 in Osnabrück geboren. Von 1985 bis 1989 absolvierte sie ein Kunststudium an der „Hochschule für Künste im Sozialen“ in Ottersberg. Seit 1989 ist sie freiberuflich tätig als Künstlerin, Kunstpädagogin und Designerin. Von 2009 bis 2013 studierte sie zudem Textildesign an der HAW Hamburg. Anja Matzke ist Mitglied des Bund Bildender Künstler*innen (BBK) Hamburg.

ÜberLebens Kunst

Wenn das Leben Kunst wird

Das Projekt „ÜberLebens Kunst“ widmet sich der Kunst des Lebens selbst – als schöpferischem Prozess, der weit über klassische Kunstformen hinausgeht. Im Fokus stehen persönliche Erfahrungen wie Glück, Dankbarkeit, Bewusstwerdung, aber auch Schmerz, Verlust und die Kraft der Gemeinschaft. Die Künstlerinnen und Künstler drücken diese Erlebnisse in vielfältigen Formen wie Wort, Bild, Gestaltung, Musik, Schauspiel und Tanz aus. Das Projekt versteht sich als Einladung zum Austausch und zur Reflexion über das, was Leben bedeutet – auch dort, wo es überraschend, brüchig oder besonders intensiv wird. Entstanden aus früheren Gemeinschaftsprojekten wie „ERB:LAST“ und „UNSERE ZUKUNFT“, belebt es den künstlerischen Dialog aufs Neue. Mit dabei sind unter anderem suZie Bohm, Wanda Stehr, Joachim Frank, Suna, Monja Dargel-Böhm, Bettina Jungmann, Thorsten Kohrn und viele weitere.

Gisela Bührmann: Lebenswerk 1925–2011

Zwischen Realität und Reflexion

Anlässlich des 100. Geburtstags von Gisela Bührmann (1925–2011) zeigt das Kreismuseum Prinzeßhof eine umfangreiche Retrospektive. Ausgestellt werden Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken aus sechs Jahrzehnten, viele davon aus dem bislang kaum öffentlich gezeigten Nachlass der Künstlerin. Im Fokus steht Bührmanns klare, gegenständliche Bildsprache, mit der sie sich bewusst gegen den Trend zur Abstraktion stellte. Ihre Stillleben, oft mit alltäglichen Objekten wie Knochen, Muscheln oder Brot, thematisieren Vergänglichkeit und Verwandlung. Ebenso zentral ist das Selbstporträt, mit dem sie wiederholt ihre Rolle als Frau und Künstlerin reflektierte. Bührmanns Werk überzeugt durch formale Strenge, emotionale Tiefe und intellektuelle Autonomie. Trotz Ausstellungen in namhaften Häusern blieb sie zeitlebens unabhängig.

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag: 12:00 bis 17:00 Uhr
Montags geschlossen

Manuela Grupe: „… ins Füllhorn gegriffen“

Ode an das Leben

In ihren Bilder öffnet die Gifthorner Künstlerin Manuela Grupe einen Raum, in dem die dargestellten Protagonisten den Betrachter hineinbitten in ihren persönlichen und damit einzigartigen Moment und bei dieser Begegnung die ureigenen Erfahrungen und Sichtweisen mitzubringen und in einen inneren Dialog zu treten. Mit ihren Werken möchte Grupe dabei eine Ode an das Leben anklingen lassen. Ausgedrückt durch die meist im Alter fortgeschrittenen Protagonisten: Ungeschönt, authentisch, ungekünstelt, von der Lebensfeile markant zu einem wundervollen Individuum geschliffen, bewegen sich diese in einem mit Symbolik angelegten Raum und spiegeln die Fülle des Lebens in Form und Farbe wider. Eine zunächst anmutende Überfrachtung im Nahblick kehrt sich dann zu einer harmonischen Ruhe im Gesamteindruck um.

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