Streifzüge des Denkens und Empfindens
Die in Sachsen-Anhalt lebende Simone Distler nutzt für ihre Malerei eine Mischtechnik auf Leinwand und Papier. Ihre Bilder sind Streifzüge des Denkens und Empfindens. Obgleich sie keine Abbilder von Landschaften malt, entstehen Assoziationen zur Natur. Strukturen, die malerische Geste und das Arbeiten mit überlagerten Farbschleiern stehen einander gegenüber oder greifen ineinander. Transparenz und Leichtigkeit wechseln mit Verdichtung und Schwere und alles scheint in Bewegung. Es gelingt ihr, Resonanzräume von geistig-seelischer Qualität zu schaffen, die eine überraschende Zwiesprache im Betrachter ermöglichen.
Öffnungszeiten:
Mi–Fr 10–12 & 16–18 Uhr,
Sa & So 11–13 Uhr.
Wenn die Stadt zur Metapher wird
Der Kunstverein Elmshorn präsentiert vom 24. April bis 5. Juni 2026 die Ausstellung „Zerbrechliche Welt“ der Hamburger Künstlerin Katharina Duwe. In großformatigen Gemälden entwirft sie fiktive Stadtlandschaften – ein kaleidoskopartiges Spannungsfeld zwischen urbaner Architektur und wuchernder Natur. Ihre Serien „Urbanität“, „Stadtmenschen“ und „Lichtreflexe“ kreisen eindringlich um die Frage, wie wir als Menschen in einer sich rasant verändernden Welt leben.
Duwe zählt zu den prägenden Stimmen der zeitgenössischen Malerei in Hamburg. Als Tochter von Harald und Heilwig Duwe entstammt sie einer bedeutenden Künstlerfamilie und hat eine unverwechselbare Handschrift entwickelt, die weit über die Region hinaus Beachtung findet. Internationale Arbeitsaufenthalte von New York bis Marrakesch, zahlreiche Auszeichnungen und die Präsenz ihrer Werke in renommierten Sammlungen unterstreichen ihre künstlerische Bedeutung.
Die Eröffnung findet am Freitag, 24. April, um 18 Uhr statt – mit einem Künstlergespräch statt klassischer Einführung.
Am 28. Mai lädt ein Workshop für Jugendliche (10–16 Jahre, 10 €) zur kreativen Auseinandersetzung ein. Anmeldung bis 21. Mai: info@kunstverein-elmshorn.de
Öffnungszeiten:
Mi–Fr 10–12 & 16–18 Uhr,
Sa & So 11–13 Uhr.
Querschnitt – Malerei und Skulptur
Das Palais für aktuelle Kunst zeigt Werke aus sechs Jahrzehnten des in Krempe lebenden Künstlers Rolf Rose. Der 1933 in Halberstadt geborene Künstler fand erst mit 30 Jahren zu seiner künstlerischen Bestimmung – und verfolgt diesen Weg seitdem mit beeindruckender Konsequenz. Roses Arbeiten sind ungegenständlich: Statt Motive abzubilden, rücken Farbe, Materialität und Struktur in den Mittelpunkt. Der Entstehungsprozess ist dabei ein körperlicher Akt des Ordnens: Mit Rakeln und Spachteln bearbeitet er pastos aufgetragene Farbschichten auf Leinwand, Holz oder Papier. So entstehen vielschichtige Farbkörper, die grundlegende Fragen der Malerei – etwa nach Licht, Raumwirkung und Dichte – erforschen.
Die Ausstellung macht deutlich, dass Rose sein Werk als zusammenhängenden Entwicklungsprozess versteht. Jedes Bild, jede Plastik baut auf dem Vorherigen auf und führt den Gedanken weiter. Es entsteht eine fortlaufende künstlerische Bewegung, in der sich die einzelnen Arbeiten gegenseitig ergänzen und tragen. Die Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, im Palais für aktuelle Kunst e. V. in diese konzentrierten Bildwelten einzutauchen und das Zusammenspiel von Struktur, Material und Licht unmittelbar zu erleben.
Die Vernissage der Ausstellung findet am Sonntag, den 31.05.26 um 14:30 statt. Die Vernissage der Ausstellung am Sonntag, den 31.05.26 um 14:30. Begleitend findet am 18.06.26 um 19:00 Uhr eine „Kunst.Sprech.Stunde“ statt, bei der zwei der ausgestellten Werke betrachtet werden. Am Freitag, den 03.07.26 ist Rolf Rose um 19:00 Uhr im Rahmen eines Künstlergesprächs im Palais für angewandte Kunst zu Gast. Die Finissage ist am Sonntag, den 19.07.26 um 16:00 Uhr.
Öffnungszeiten:
Freitag bis Sonntag, 13 bis 17 Uhr
AugenBlicke
Mit Irene Heller-Janton und Isabel Lange stellt die Galerie 11 zwei Künstlerinnen vor, die seit Jahrzehnten in der Kreativszene des Landes mitmischen. Beide sind mit einer handwerklichen Ausbildung gestartet und haben inzwischen ihren eignen, unverkennbaren künstlerischen Ausdruck gefunden.
Irene Heller-Janton studierte Gestaltung in Hamburg bei Gisela Bührmann und ist seit 50 Jahren als diplomierte Textildesignerin tätig. Vor über 30 Jahren rückte in ihrem Atelier die freie Malerei in ihren Mittelpunkt. Ihre Bilder sind farblich reich und durchdacht komponiert – mal mit erkennbaren Motiven wie Figuren, gerne Gesichtern und Ausschnitten oder Blumen, ganzen Gärten oder Landschaften – mal von der Wirklichkeit entrückt und sphärisch klingend oder von mystischen Strukturen durchsetzt.
Isabel Lange hat in Schleswig-Holstein eine große Werkstatt für Metall und arbeitet am liebsten mit Eisen. Dabei entstehen klassische Formen von Vögeln oder Figurinen. Wiedererkennbar sind ihre Stelen: Frauendarstellungen, bei denen das Kleid, das große Tuch oder auch die Haare zusammengesetzt sind aus einzelnen verschweißten Mosaikteilen, die dann mit den vielen Zwischenräumen wie ein Scherenschnitt in Schwarz-Weiß erscheinen. Einige solcher Damen im Wind stehen an öffentlichen Plätzen.
Der Titel der Ausstellung „AugenBlicke“ bezieht sich dabei auf die Spontaneität, sich für ein Motiv zu entscheiden, sowie auf die Vergänglichkeit schöner Augenblicke. Bei der Ausstellungseröffnung am Sonnabend, 21. März, um 17 Uhr, wird die Galeristin Bettina Winkler-Marxen wird die Künstlerinnen in einem Interview vorstellen.
Öffnungszeiten: Do 11-14 Uhr, Fr 15-18 Uhr, Sa 11-14 Uhr
Zwischen Musik und Leinwand
Über sein Werk schrieb das Hamburger Abendblatt: „Michael Wilkes Malerei erleichtert den Zugang durch gegenständliche und figurale Anhaltspunkte von gewinnender Wirkung. … Es entstehen keine Abbilder, sondern Inbilder aus dem Blick in die Tiefe.“ Die Motive für seine Ölgemälde findet der gebürtige Hamburger Maler und Pianist häufig im maritimen Umfeld – sei es der Hafen oder die Landschaften vor und hinter den Dünen. Als ausgebildeter Musiker lässt er es sich nicht nehmen, seine Kunst auch klanglich zu untermalen: Bei der Vernissage am 25. Januar um 17 Uhr begrüßt er die Gäste mit zwei Chopin-Stücken am Klavier. Zur Finissage am Sonntag, 22. März um 18 Uhr, klingt die Ausstellung dann mit einem Klavierabend aus.
Out of the Blue
Woher kommen die Motive in Jana Jacobs Bildern? Sie sagt: „Da, wo die Realität durch einen flüchtigen, traumähnlichen Zustand geht. Dort, wo Menschen das Gefühl haben, sich zu erkennen.“ OUT OF THE BLUE (deutsch: aus heiterem Himmel) verweist auf dieses Spiel mit dem Unerwarteten, das den Geist frisch hält und ständig neue Wege erfordert.
Jana Jacob ist eine deutsch-thailändische Künstlerin aus Süddeutschland. Sie studierte Freie Kunst in Stuttgart, Paris und San Francisco und lebt seit 15 Jahren in Berlin. Mit Malerei aufgewachsen, wandte sie sich zuerst der Video- und Performancekunst zu, um dann wieder zur Malerei zurückzukehren. Grundlage ihrer Bilder sind Referenzfotos, in den letzten beiden Jahren primär von sich selbst. So wird Ihr Körper zum Objekt, arrangiert in Beziehung zu alltäglichen Gegenständen wie Stühlen oder Luftmatratzen. Durch eine besondere Draufsicht und zum Teil extreme Perspektiven entfernt sich das Motiv zurück vom Alltäglichen ins Unerwartete oder auch Unheimliche.
Die Eröffnung findet statt am Sonnabend, 7. Februar, um 17 Uhr in Anwesenheit der Künstlerin. Das geführte Interview erscheint dann bei Kultur und Wort, dem Kunst-Podcast ausm Norden.
Danach läuft die Ausstellung noch bis zum 14. März. An diesem letzten Tag findet dann um 13 Uhr die Finissage mit der Künstlerin statt.
Die Öffnungzeiten sind: Do 11-14 Uhr, Fr 15-18 Uhr, Sa 11-14 Uhr
Debüt des Antiperfektionisten
Nicolas Wagner ist 22 Jahre alt und in Marne aufgewachsen, wo er an der Europaschule auch sein Abitur absolviert hat. Die Kunst war immer wichtiger Bestandteil seines Lebens. Da schon seine Mutter gern gemalt hat, war im Hause stets alles vorhanden, was man zur Malerei benötigt. Allerdings wurde für Nicolas Wagner erst mit dem Auszug aus dem Elternhaus eine echte Leidenschaft daraus. In den eigenen vier Wänden hatte er nun die nötige Privatsphäre und den Freiraum, die im Kopf kreisenden Fantasien und Gedanken auf die Leinwand zu bannen. Vorzugsweise auf runde Leinwände, die er selbst bespannt. Seine kraftvoll expressiven Bilder entstehen spontan. „Perfektionismus? Das gibt es bei mir nicht“, erklärt Nicolas Wagner. Es beginnt mit einer vagen Idee – der Rest ist Intuition. Und sein zweifellos vorhandenes Talent. Unter dem Titel „Kreisen“ präsentiert das KBH die allererste Ausstellung des jungen Künstlers.
Anne von der Heyde (Bronzen) und Yorjander C. Hernández (Bilder)
Zwei in Lübeck wohnhafte Kreative präsentieren ihre ganz unterschiedlichen Werk in der Galerie 11 in Itzehoe. Ihre Ausstellung „Inter.Mezzo“ ist nicht nur ein Zwischenspiel der Lübecker in Itzehoe, sondern verweist auf Episoden des Lebens, Kurzgeschichten, die, weil sie kurz sind, lebendig bleiben, aber auch flüchtig. Kurz und knapp, aber genau beobachtet.
Anne von der Heyde (geboren 1977) ließ sich in Hamburg und Wismar ausbilden und arbeitet als Grafikerin, Kunsthistorikerin sowie Diplom-Designerin. Seit 2011 lebt sie als freischaffende Künstlerin in Lübeck und verzauberte etliche Kunstinteressierte bereits mit ihren kleinen Bronzen – unter anderem bei der Kunstschaffen-Schau in Flensburg. Sie hält in ihren Kunstwerken gerne originelle Augenblicke des Lebens fest, ob nun der Hund in besonderen Lebenslagen gezeigt wird – oder der Mensch. Sie selber schreibt dazu: „Manchmal zeigen sie einfach nur das Dasein. Aber stehts geht es mir um das Greifbare. Das Leben, genau genommen.“
Yorjander Capetillo Hernández (geboren 1982) ist gebürtiger Kubaner und studierte in Havanna Bildende Kunst und Bühnenbild. In den 2010er Jahren arbeitete er am Entropia-Theater und als Design-Professor in Havanna, 2020 dann als Bühnenmaler an der Hamburger Staatsoper. 2014 ist er erstmals auf der NordArt in Büdelsdorf vertreten. Seine Werke sind bildgewaltig mit spannungsreicher Farbgebung. Idyllische Stadt – und Naturlandschaften reihen sich an figürliche Darstellungen und zeigen Menschen in oftmals ambivalenten Gefühlswelten, sensibel und provokant.
Die Freude am Experimentieren
Abstraktes, Maritimes, Gebäude – Michael Witt will sich nicht festlegen. Dem Itzehoer Maler ist die Freiheit des Experimentierens mit Farben und Techniken weitaus wichtiger. Die Lust zum Malen begleitet Witt bereits seit seiner frühen Jugend. In der Oberstufe belegte er mit vollem Einsatz den Leistungskurs in Kunst. Nach dem Abitur entschied sich Witt für eine Ausbildung im grafischen Gewerbe und absolvierte eine Lehre als Druckvorlagenhersteller bei Gruner & Jahr. Hier konnte er die Grundlagen für künstlerische und druckrelevante Techniken erlernen und vertiefen. Bis zum Eintritt in die Selbstständigkeit war er als Fertigungsplaner tätig, wo die technische und handwerkliche Realisierung von Druckerzeugnissen sein Aufgabengebiet war. Fortwährend begleitete ihn die Malerei in Acryl und Öl. Seit 2024 ist er ausschließlich als freischaffender Künstler in seinem Atelier in Itzehoe tätig.
Die Finissage findet am Fr., 17.10.2025 um 19.30 Uhr statt.
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Malerei & Objekte
Inge Wilkens setzt sich künstlerisch mit der äußeren und der inneren Natur auseinander. Von den oberflächennahen, durch Wind angetriebenen Meeresströmungen inspiriert, entsteht ihre expressionistisch-abstrahierte Malerei. Maritime Motive verdichtet sie zu kalligrafischen Kürzeln. Ihre Bilder entstehen spontan und schwungvoll: wunderbare, reduzierte monochrome Landschaften – Notate –, die sie mit Gouachen und Wasserfarben auf Pflanzenbasis sowie verschiedenen Aschen, Schlick oder Talkumpuder erstellt. Auch verbrannten Seetorf, der je nach Salzgehalt helles bis tiefrotes Farbpulver ergibt, verwendet sie in ihren Bildern.
Unter dem Titel „POLAR” präsentiert Inge Wilkens nun neue Arbeiten, in denen sie sich unter anderem mit der Eisschmelze in Arktis und Antarktis auseinandersetzt. Das Schmelzen der Polkappen ist eines der sichtbarsten und dramatischsten Symptome des Klimawandels und die Polarregionen reagieren besonders empfindlich auf die globale Erwärmung.
Inge Wilkens, 1942 in St. Margarethen geboren, ist studierte Kunstlehrerin. Sie unterrichtete einige Jahre an Schulen und in der Lehrerfortbildung und arbeitete von 1973 bis 1993 als freischaffende Künstlerin auf der Nordseeinsel Föhr. Seit 2011 lebt und arbeitet sie in Bredstedt.