Backstage

Michael Wilke

Zwischen Musik und Leinwand

Über sein Werk schrieb das Hamburger Abendblatt: „Michael Wilkes Malerei erleichtert den Zugang durch gegenständliche und figurale Anhaltspunkte von gewinnender Wirkung. … Es entstehen keine Abbilder, sondern Inbilder aus dem Blick in die Tiefe.“ Die Motive für seine Ölgemälde findet der gebürtige Hamburger Maler und Pianist häufig im maritimen Umfeld – sei es der Hafen oder die Landschaften vor und hinter den Dünen. Als ausgebildeter Musiker lässt er es sich nicht nehmen, seine Kunst auch klanglich zu untermalen: Bei der Vernissage am 25. Januar um 17 Uhr begrüßt er die Gäste mit zwei Chopin-Stücken am Klavier. Zur Finissage am Sonntag, 22. März um 18 Uhr, klingt die Ausstellung dann mit einem Klavierabend aus.

Jana Jacob

Out of the Blue

Woher kommen die Motive in Jana Jacobs Bildern? Sie sagt: „Da, wo die Realität durch einen flüchtigen, traumähnlichen Zustand geht. Dort, wo Menschen das Gefühl haben, sich zu erkennen.“ OUT OF THE BLUE (deutsch: aus heiterem Himmel) verweist auf dieses Spiel mit dem Unerwarteten, das den Geist frisch hält und ständig neue Wege erfordert.

Jana Jacob ist eine deutsch-thailändische Künstlerin aus Süddeutschland. Sie studierte Freie Kunst in Stuttgart, Paris und San Francisco und lebt seit 15 Jahren in Berlin. Mit Malerei aufgewachsen, wandte sie sich zuerst der Video- und Performancekunst zu, um dann wieder zur Malerei zurückzukehren. Grundlage ihrer Bilder sind Referenzfotos, in den letzten beiden Jahren primär von sich selbst. So wird Ihr Körper zum Objekt, arrangiert in Beziehung zu alltäglichen Gegenständen wie Stühlen oder Luftmatratzen. Durch eine besondere Draufsicht und zum Teil extreme Perspektiven entfernt sich das Motiv zurück vom Alltäglichen ins Unerwartete oder auch Unheimliche.

Die Eröffnung findet statt am Sonnabend, 7. Februar, um 17 Uhr in Anwesenheit der Künstlerin. Das geführte Interview erscheint dann bei Kultur und Wort, dem Kunst-Podcast ausm Norden.

Danach läuft die Ausstellung noch bis zum 14. März. An diesem letzten Tag findet dann um 13 Uhr die Finissage mit der Künstlerin statt.

Die Öffnungzeiten sind: Do 11-14 Uhr, Fr 15-18 Uhr, Sa 11-14 Uhr

Nicolas Wagner: „Kreisen“

Debüt des Antiperfektionisten

Nicolas Wagner ist 22 Jahre alt und in Marne aufgewachsen, wo er an der Europaschule auch sein Abitur absolviert hat. Die Kunst war immer wichtiger Bestandteil seines Lebens. Da schon seine Mutter gern gemalt hat, war im Hause stets alles vorhanden, was man zur Malerei benötigt. Allerdings wurde für Nicolas Wagner erst mit dem Auszug aus dem Elternhaus eine echte Leidenschaft daraus. In den eigenen vier Wänden hatte er nun die nötige Privatsphäre und den Freiraum, die im Kopf kreisenden Fantasien und Gedanken auf die Leinwand zu bannen. Vorzugsweise auf runde Leinwände, die er selbst bespannt. Seine kraftvoll expressiven Bilder entstehen spontan. „Perfektionismus? Das gibt es bei mir nicht“, erklärt Nicolas Wagner. Es beginnt mit einer vagen Idee – der Rest ist Intuition. Und sein zweifellos vorhandenes Talent. Unter dem Titel „Kreisen“ präsentiert das KBH die allererste Ausstellung des jungen Künstlers.

Inter.Mezzo

Anne von der Heyde (Bronzen) und Yorjander C. Hernández (Bilder)

Zwei in Lübeck wohnhafte Kreative präsentieren ihre ganz unterschiedlichen Werk in der Galerie 11 in Itzehoe. Ihre Ausstellung „Inter.Mezzo“ ist nicht nur ein Zwischenspiel der Lübecker in Itzehoe, sondern verweist auf Episoden des Lebens, Kurzgeschichten, die, weil sie kurz sind, lebendig bleiben, aber auch flüchtig. Kurz und knapp, aber genau beobachtet.

Anne von der Heyde (geboren 1977) ließ sich in Hamburg und Wismar ausbilden und arbeitet als Grafikerin, Kunsthistorikerin sowie Diplom-Designerin. Seit 2011 lebt sie als freischaffende Künstlerin in Lübeck und verzauberte etliche Kunstinteressierte bereits mit ihren kleinen Bronzen – unter anderem bei der Kunstschaffen-Schau in Flensburg. Sie hält in ihren Kunstwerken gerne originelle Augenblicke des Lebens fest, ob nun der Hund in besonderen Lebenslagen gezeigt wird – oder der Mensch. Sie selber schreibt dazu:  „Manchmal zeigen sie einfach nur das Dasein. Aber stehts geht es mir um das Greifbare. Das Leben, genau genommen.“

Yorjander Capetillo Hernández (geboren 1982) ist gebürtiger Kubaner und studierte in Havanna Bildende Kunst und Bühnenbild. In den 2010er Jahren arbeitete er am Entropia-Theater und als Design-Professor in Havanna, 2020 dann als Bühnenmaler an der Hamburger Staatsoper. 2014 ist er erstmals auf der NordArt in Büdelsdorf vertreten. Seine Werke sind bildgewaltig mit spannungsreicher Farbgebung. Idyllische Stadt – und Naturlandschaften reihen sich an figürliche Darstellungen und zeigen Menschen in oftmals ambivalenten Gefühlswelten, sensibel und provokant.

Michael Witt: Acrylmalerei

Die Freude am Experimentieren

Abstraktes, Maritimes, Gebäude – Michael Witt will sich nicht festlegen. Dem Itzehoer Maler ist die Freiheit des Experimentierens mit Farben und Techniken weitaus wichtiger. Die Lust zum Malen begleitet Witt bereits seit seiner frühen Jugend. In der Oberstufe belegte er mit vollem Einsatz den Leistungskurs in Kunst. Nach dem Abitur entschied sich Witt für eine Ausbildung im grafischen Gewerbe und absolvierte eine Lehre als Druckvorlagenhersteller bei Gruner & Jahr. Hier konnte er die Grundlagen für künstlerische und druckrelevante Techniken erlernen und vertiefen. Bis zum Eintritt in die Selbstständigkeit war er als Fertigungsplaner tätig, wo die technische und handwerkliche Realisierung von Druckerzeugnissen sein Aufgabengebiet war. Fortwährend begleitete ihn die Malerei in Acryl und Öl. Seit 2024 ist er ausschließlich als freischaffender Künstler in seinem Atelier in Itzehoe tätig.

Die Finissage findet am Fr., 17.10.2025 um 19.30 Uhr statt.

 

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Inge Wilkens: „Polar“

Malerei & Objekte

Inge Wilkens setzt sich künstlerisch mit der äußeren und der inneren Natur auseinander. Von den oberflächennahen, durch Wind angetriebenen Meeresströmungen inspiriert, entsteht ihre expressionistisch-abstrahierte Malerei. Maritime Motive verdichtet sie zu kalligrafischen Kürzeln. Ihre Bilder entstehen spontan und schwungvoll: wunderbare, reduzierte monochrome Landschaften – Notate –, die sie mit Gouachen und Wasserfarben auf Pflanzenbasis sowie verschiedenen Aschen, Schlick oder Talkumpuder erstellt. Auch verbrannten Seetorf, der je nach Salzgehalt helles bis tiefrotes Farbpulver ergibt, verwendet sie in ihren Bildern.

Unter dem Titel „POLAR” präsentiert Inge Wilkens nun neue Arbeiten, in denen sie sich unter anderem mit der Eisschmelze in Arktis und Antarktis auseinandersetzt. Das Schmelzen der Polkappen ist eines der sichtbarsten und dramatischsten Symptome des Klimawandels und die Polarregionen reagieren besonders empfindlich auf die globale Erwärmung.

Inge Wilkens, 1942 in St. Margarethen geboren, ist studierte Kunstlehrerin. Sie unterrichtete einige Jahre an Schulen und in der Lehrerfortbildung und arbeitete von 1973 bis 1993 als freischaffende Künstlerin auf der Nordseeinsel Föhr. Seit 2011 lebt und arbeitet sie in Bredstedt.

Anja Matzke: „Grenzen“

Installation & Malerei

Einerseits beschränken Grenzen. Andererseits bieten sie Orientierung, Sicherheit und Halt. Die erste Begrenzung, die wir erfahren, ist die Fruchtblase im Mutterleib. Sie gibt dem Ungeborenen Schutz und Sicherheit. Im weiteren Leben aber engen uns Grenzen oft ein. Ihre Wirkung kann einschränkend, ungerecht, gewaltvoll und sogar tödlich sein. Anja Matzke hat sich in dieser Ausstellung mit der Ambivalenz des Themas beschäftigt, sich der Vielschichtigkeit und den subtilen Facetten des Themas in Hinsicht auf persönliche und gesellschaftspolitische Aspekte genähert. Neben ihren eigenen Arbeiten zeigt diese Ausstellung mit 66 Beiträgen auch die Positionen anderer Menschen zu diesem Thema. Künstler*innen aus Marne und deutschlandweit haben an dem partizipativen Projekt GRENZEN teilgenommen. Alle Beiträge sind in dieser Ausstellung zu sehen.

Anja Matzke ist 1964 in Osnabrück geboren. Von 1985 bis 1989 absolvierte sie ein Kunststudium an der „Hochschule für Künste im Sozialen“ in Ottersberg. Seit 1989 ist sie freiberuflich tätig als Künstlerin, Kunstpädagogin und Designerin. Von 2009 bis 2013 studierte sie zudem Textildesign an der HAW Hamburg. Anja Matzke ist Mitglied des Bund Bildender Künstler*innen (BBK) Hamburg.

Gisela Bührmann: Lebenswerk 1925–2011

Zwischen Realität und Reflexion

Anlässlich des 100. Geburtstags von Gisela Bührmann (1925–2011) zeigt das Kreismuseum Prinzeßhof eine umfangreiche Retrospektive. Ausgestellt werden Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken aus sechs Jahrzehnten, viele davon aus dem bislang kaum öffentlich gezeigten Nachlass der Künstlerin. Im Fokus steht Bührmanns klare, gegenständliche Bildsprache, mit der sie sich bewusst gegen den Trend zur Abstraktion stellte. Ihre Stillleben, oft mit alltäglichen Objekten wie Knochen, Muscheln oder Brot, thematisieren Vergänglichkeit und Verwandlung. Ebenso zentral ist das Selbstporträt, mit dem sie wiederholt ihre Rolle als Frau und Künstlerin reflektierte. Bührmanns Werk überzeugt durch formale Strenge, emotionale Tiefe und intellektuelle Autonomie. Trotz Ausstellungen in namhaften Häusern blieb sie zeitlebens unabhängig.

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag: 12:00 bis 17:00 Uhr
Montags geschlossen

Mathias Meinel: Stille Wasser

Schönheit im Alltäglichen

Überschwemmte Felder mit Ackerfurchen, in den Pfützen spiegelt sich das Licht: Mathias Meinel verwandelt in seiner Kunst das scheinbar Unspektakuläre zu einem ästhetisch schönen Bildsujet. Sein künstlerisches Thema ist die Landschaft des Nordens. Ausgangspunkt seiner Werke ist jedoch nicht die unberührte Natur, sondern das vom Menschen geformte Land. 2019 wurde Mathias Meinel in die Gruppe der Norddeutschen Realisten aufgenommen. Seine Bilder sind in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen, auch über die Staatsgrenzen hinaus, sowie in öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten. Sein künstlerisches Studium absolvierte er ab 2003 in Kassel, bevor er 2010 nach Hamburg zog, wo er seitdem lebt und arbeitet.

Manuela Grupe: „… ins Füllhorn gegriffen“

Ode an das Leben

In ihren Bilder öffnet die Gifthorner Künstlerin Manuela Grupe einen Raum, in dem die dargestellten Protagonisten den Betrachter hineinbitten in ihren persönlichen und damit einzigartigen Moment und bei dieser Begegnung die ureigenen Erfahrungen und Sichtweisen mitzubringen und in einen inneren Dialog zu treten. Mit ihren Werken möchte Grupe dabei eine Ode an das Leben anklingen lassen. Ausgedrückt durch die meist im Alter fortgeschrittenen Protagonisten: Ungeschönt, authentisch, ungekünstelt, von der Lebensfeile markant zu einem wundervollen Individuum geschliffen, bewegen sich diese in einem mit Symbolik angelegten Raum und spiegeln die Fülle des Lebens in Form und Farbe wider. Eine zunächst anmutende Überfrachtung im Nahblick kehrt sich dann zu einer harmonischen Ruhe im Gesamteindruck um.

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