Backstage

Sonja Gründemann

Jetzt mal Tacheles

Pulver, Pillen, Filter, Fake – und schon ist alles perfekt. Oder? Sonja Gründemann kennt die Antwort, sagt sie aber nicht sofort. Stattdessen nimmt sie ihr Publikum mit auf eine Reise durch Selbstoptimierung, Schönheitswahn und die kleinen wie großen Alltagslügen – mit spitzer Zunge, entwaffnender Selbstironie und jeder Menge Musik. Die Hamburgerin hat Betriebswirtschaft studiert, eine Musicalausbildung an der Stage School absolviert und stand seitdem in Produktionen wie „Cabaret“ und „Anatevka“ am St. Pauli Theater auf der Bühne. Sie moderiert, schreibt Bücher – ihr erster Ratgeber Rampenlicht erschien 2023 – und bewegt sich als Sängerin souverän zwischen Rock, Pop und Musical.

Was das mit Lügen zu tun hat? Alles und nichts. „Jetzt mal Tacheles“ ist kein Programm über die Unehrlichkeit anderer, sondern über die gut gemeinten kleinen Unwahrheiten, mit denen wir uns selbst und unsere Welt ein bisschen erträglicher machen. Begleitet wird Gründemann dabei von Pianist Markus Schell, der jede Pointe musikalisch auf den Punkt bringt.

Jess Jochimsen: „Von allen guten Geistern“

Kabarett. Songs. Dias.

„Sind wir von allen guten Geistern verlassen?“ Das ist wohl die Frage, die sich in Anbetracht der allgemeinen Lage stellt. Von Musk bis Merz erleben wir die Rückkehr der gekränkten Männer und während man in Echtzeit dabei zusehen kann, wie die Autokraten in West und Ost die Demokratie schreddern, schmeißt bei uns die kleinste große Koalition aller Zeiten eine 90er Party auf Pump. Ob es wirklich schlau war, jemand zum Kanzler zu wählen, der fast täglich unter Beweis stellt, dass er das gar nicht kann? Und der Kapitalismus, der Klimawandel und die Junggesellenabschiede sind ja auch noch da …

Aber weil Verzweiflung keine Lösung ist, schultert Jess Jochimsen sein Akkordeon, packt ausreichend Vernunft, Solidarität und Gelassenheit ein und verordnet sich Optimismus. Denn: Wer oder was sind diese guten Geister eigentlich genau, die uns da verlassen? Und warum immer gleich alle? Auf seiner Antwortsuche streift Jochimsen durch Vorstädte und über Rummelplätze, huldigt der Höflichkeit und anderen vergessenen Tugenden und verspricht einen begeisternden Abend gegen die laufenden Zumutungen. Zurückgelehnt. Lustig. Und hoffnungslos zuversichtlich.

Christine Schütze: „Also, mir wär sie zu dünn!“

Musikkabarett zum Internationalen Frauentag

Christine Schützes aktuelles Solo feiert den feinen Unterschied: zwischen vermeintlich weiblichen und männlichen Idealtypen. Es geht um Liebe und um die Worte, die wir versuchen, dafür zu finden. Christine Schütze zeigt uns den Alltag mit all den Plattitüden der deutschen Sprache, und was man damit wortgewaltig und klavierstimmig so alles machen kann. Am Ende des Tages wird sichtbar, dass der perfekte Mann reine Relativitätstheorie ist, auch ohne Nachtsichtgerät. Klingt rätselhaft? Stimmt, klärt sich aber im Lauf des amüsanten und intelligenten Kabarettabends. Denn diese Frau ist nicht nur eine hervorragende Pianistin, sondern hat auch einen erfrischend bösartigen Humor.

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