Reduktion als Ausdruck
Gemeinsam mit dem Cellisten Clovis Michon präsentiert der Pianist Michael Rettig ein intensives Programm, mit Werken verschiedener Komponisten, die auf ihre jeweils ganz eigene Weise die Wirkung von Reduktion, Wiederholung und zeitlicher Dehnung erforschen. So wie die Stücke von Eric Satie: Der Franzose betrachtet die Welt aus einer fast schon kindlichen Perspektive: klar, schlicht und frei von dramatischen Elementen. Dem gegenüber stehen Arvo Pärts Glockenstil und Philip Glass‘ repetitive Musik mit ihrer fast hypnotischen und pulsierenden Wirkung. In Olivier Messiaens langsamen Sätzen aus seinem berühmten Werk „Quatuor pour la fin du temps“, komponiert während seiner deutschen Kriegsgefangenschaft, scheint die Zeit schließlich ganz aufgehoben und losgelöst von der Realität dieser Welt. Ein Konzertabend, bei dem die Musik mit Sicherheit nicht konsumiert, sondern erlebt wird.