Backstage

Philharmonie des Theater für Niedersachsen

Lyrische Dialoge

Bei diesem Programm zwischen spätromantischer Klangfülle und moderner Klangsprache kommen sowohl Mahler-Kenner als auch Liebhaber zeitgenössischer Musik auf ihre Kosten – wobei der Fokus ganz klar auf Gustav Mahler liegt: Mahlers erste Sinfonie mag mit ihrer traditionellen Viersätzigkeit und dem kleineren Orchester wie ein Auftakt zu seinen späteren, groß angelegten Werken erscheinen – doch sie enthält bereits alle typischen Elemente seiner Musik: Volksmusikalische Anleihen (wie das in Moll gesetzte „Bruder Jakob“ im Trauermarsch), schroffe Kontraste, collageartige Klangschichtungen und groteske Verzerrungen. Ohne Gesangsstimmen greift Mahler dennoch Gedanken aus seinen „Liedern eines fahrenden Gesellen“ auf. Anfangs schwankte er zwischen einer sinfonischen Dichtung und einer Sinfonie. Bei der Uraufführung 1889 und zwei weiteren Aufführungen bis 1893 bestand das Werk aus fünf Sätzen; erst später strich er das Andante „Blumine“ – warum, ist allerdings bis heute nicht vollständig geklärt.  Auch wenn Mahlers „Bumine“ und Peteris Vasks „Konzert für Englischhorn und Orchester“ im ersten Moment höchst unterschiedlich erscheinen, verbindet sie eine lyrische, empfindsame Klangsprache sowie eine starke Verbindung zur Natur. Vasks, einer der bedeutendsten lettischen Komponisten, zeigt in seinem Englischhornkonzert eindrucksvoll seine neotonale, kantable Musiksprache, die besonders gut zum weichen, aber klaren Klang des Soloinstruments passt.

Programm:

Gustav Mahler
Blumine, ursprünglicher zweiter Satz der Sinfonie Nr. 1

Peteris Vasks
Konzert für Englischhorn und Orchester (1989)

Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 1 D-Dur (1888)  – (Kammerfassung von Erwin Stein)

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