Backstage

Theo Rohde & Doriana Tchakarova

Schubert: Die schöne Müllerin

Wer sich nur ansatzweise mit der Musik der Romantik auseinandersetzt, kommt an der „Schönen Müllerin“ von Franz Schubert nicht vorbei. 1823 komponiert, zählt sie zu den ersten großen geschlossenen Liedzyklen der Musikgeschichte und wurde stilprägend für die gesamte romantische Liedkunst. In 20 Liedern wird die tragische Geschichte des wandernden Müllergesellen erzählt, der sich verliebt, hofft, leidet und verzweifelt. Der Tenor Theo Rohde machte seine ersten musikalischen Schritte bei den Chorknaben Uetersen, studierte Gesang an der HMTM Hannover und ist heute Mitglied des Vokalensembles „ffortissibros“. Begleitet wird er am Klavier von Doriana Tchakarova, einer gefragten Pianistin und Dozentin an der HMDK Stuttgart.

WIR IN Itzehoe: „Viola!Klasse!“

Klassiker der Bratschenliteratur

Bedeutende Werke des virtuosen Viola-Repertoirs erklingen im Kulturhof Itzehoe – musiziert von Studierenden der Klasse Prof. Lena Eckels an der Musikhochschule Lübeck. Klassiker der Bratschenliteratur wie Schumanns Märchenbilder, gespielt von Jasper Sitte, und das Konzertstück von Enesco, gespielt von Nelleke Dagher, werden umrankt von Auszügen aus Hans Sitts Albumblättern (Camille Stromboni) und Max Regers erster Solo-Suite, gespielt von Hannah Teufel. Den krönenden Abschluss des Programmes bildet das Werk „Capriccio“ von Carlos Campos-Medina, Bratschist der NDR Radiophilharmonie Hannover, das die ganze Klasse zu zehnt aufführen wird.

Im Januar reisen die Studierenden von Prof. Lena Eckels gemeinsam nach Paris, um das Werk im Rahmen des Internationalen Viola Congress als französische Erstaufführung auf die Bühne zu bringen – ein klangvolles Werk voller Filmmusik-Momente und dem einmalig samtigen Timbre von 10 Bratschen.

An der Musikhochschule Lübeck, Schleswig-Holsteins einziger Hochschule für Musik, studieren rund 500 junge Musikerinnen und Musiker aus über 40 Nationen. Hier werden sie von renommierten, weltweit tätigen Dozierenden aus den Bereichen Instrumentalmusik, Gesang, Kirchenmusik, Komposition und Musikwissenschaft individuell unterrichtet und optimal auf das Berufsleben vorbereitet. Über 350 Veranstaltungen im Jahr bieten Gelegenheit, die jungen Spitzenmusiker:innen in der Praxis zu erleben.

LIV Quartett

Von Schumann bis Puccini

Das LIV Quartett hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem umfangreiche Repertoire, das für speziell für mehrere Klarinetten komponiert wurde, jedoch viel zu selten zur Aufführung kommt, Gehör zu verschaffen. Dabei wollen die vier Musikerinnen nicht zuletzt auch die Begeisterung, die sie selbst für diese Stücke und das Instrument entwickelt haben, an ihr Publikum weitergeben und für dieses Kammermusik-Genre begeistern.  Gegründet wurde das LIV Quartett 2021 von den vier Klarinettisten Naama Caspo Goldstein, Laia Haro Catalan, Daniela Pinho und Júlia Solà, die sich Frankfurter Musikhochschule kennenlernten und dort ihre gemeinsame Passion entdeckten. Mit seinen innovativen Programmen gastierte das Quartett bereits Berlin und Köln, bei den Plöner Schlosskonzerten, den Internationalen Kammermusiktagen Homburg, den Journées Musicales d’Uzerche in Frankreich und beim „Allegro! Musikfest“ im Taunus. Ihr aktuelles Programm schlägt einen wunderbaren Bogen von Schumann über Dvorák bis hin zu Puccini.

Dorothee Zschoche & Christine Schilling

Benjamin, wir haben immer noch nix anzuziehn‘

Seit zehn Jahren machen Dorothee Zschoche und Christine Schilling gemeinsam Musik. Angefangen hat alles 2015 mit einem Konzert im Rahmen des Kulturmärz in Glückstadt unter dem Titel „Benjamin, ich hab’ nichts anzuziehn“.

Beide hatten damals Unterricht an der Musikschule Glückstadt. Bei Schülervorspielen lernten sie sich kennen und merkten sofort: Das Zusammenspiel passte perfekt. Zwar unterschieden sich ihre musikalischen Vorlieben deutlich – hier Chansons, dort Klassik –, doch gerade diese Vielfalt machte die Konzertprogramme spannend. In den Folgejahren folgten öffentliche Konzerte in Glückstadt mit Liedern von Zarah Leander, Marlene Dietrich und Hildegard Knef sowie Klavier-Solo-Stücken von der Klassik bis zu zeitgenössischen Kompositionen.

Im Vordergrund steht für beide die Freude an der Musik. Sie haben nicht nur viel Spaß bei den gemeinsamen Proben, sondern auch bei den Recherchen zu Liedern und Klavierstücken. Das Publikum darf sich bei jedem Konzert nicht nur auf unterhaltsame Musikstücke freuen, sondern erfährt auch viel über Hintergründe und Zeitgeschehen der ausgewählten Werke und ihrer Komponistinnen und Komponisten.

Im Jubiläumsjahr haben die beiden ihr persönliches „Best of“ zusammengestellt – mit ein wenig Parodie, viel Gefühl, einigen privaten Anekdoten und vor allem einer großen Portion Begeisterung. Und natürlich ist auch „Benjamin“ wieder dabei, ebenso wie das Lieblingslied „Bitte geh nicht fort“ von Jacques Brel und Klaviermusik von Schumann und Didier Squiban.

Der Eintritt ist frei, um Spenden für den Kulturhof Itzehoe wird gebeten, damit die Unterrichtsarbeit für Kinder, Jugendliche und Erwachsene auch künftig erfolgreich weitergeführt und die Freude an der Musik weitergegeben werden kann. Beide sind sich einig: In schwierigen Zeiten braucht die Welt mehr Musik!

Felicitas Breest & Siegfried Gerlich

Der Welt abhanden gekommen

Die Schauspielerin und Sängerin Felicitas Breest und der Pianist Siegfried Gerlich erzählen entlang durchweg großartigen Liedkompositionen und ausgewählten Texte von zwei gleichermaßen fördernden wie herausfordernden Musiker-Ehen: Robert & Clara Schumann und Gustav & Alma Mahler. Robert Schumanns bekannter Lied-Zyklus „Frauenliebe und –leben“ entstand 1840, im Jahr seiner Eheschließung mit Clara Wieck. Für ihn war es eine Art Abgesang auf die Karriere seiner Frau, die selbst komponierte und zu ihrer Zeit eine überaus erfolgreiche Pianistin war. Auch Gustav Mahler begehrte, das Ein und Alles seiner Frau Alma, eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Kunstszene Ihrer Zeit, zu sein – jedoch keinesfalls ihr Kollege oder Konkurrent. Die langjährige Kompositionsschülerin Alexander Zemlinskys wollte Lieder schreiben, sah sich aber von ihrem Mann zur Haushälterin degradiert. Zündstoff für jede Menge Emotionen auf beiden Seiten …

Franziska Pietsch & Maki Hayashida

Violine & Klavier – ein gemeinsamer Glockenschlag

Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Ernest Chausson und Edward Elgar stehen im Mittelpunkt des Konzertes der Geigerin Franziska Pietsch und der Pianistin Maki Hayashida. Pietsch, ICMA-Preisträgerin 2021 und in Ost-Berlin aufgewachsen, und Hayashida, aus Tokio stammend, vereinen ihre unterschiedlichen kulturellen Hintergründe in einem gemeinsamen musikalischen Ausdruck. Beide sind als Solistinnen und Kammermusikerinnen international etabliert und zeichnen sich durch ihre außergewöhnliche klangliche Vielfalt aus.

Felix Mendelssohn-Bartholdy, Ernest Chausson und Edward Elgar repräsentieren jeweils ihre ganze eigenen Ausdrucksformen der Romantik. Mendelssohns Musik besticht durch klare Melodik und klassische Eleganz mit einer lyrischen Leichtigkeit. Chausson dagegen beeindruckt mit dichten Harmonien und einer tiefen emotionalen Intensität, die oft melancholisch wirkt. Elgar bringt eine schließlich ein typisch britische Note in seine Musik ein, geprägt von majestätischer Würde und warmem, vollem Klang.

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