Backstage

Irene Heller-Janton & Isabel Lange

AugenBlicke

Mit Irene Heller-Janton und Isabel Lange stellt die Galerie 11 zwei Künstlerinnen vor, die seit Jahrzehnten in der Kreativszene des Landes mitmischen. Beide sind mit einer handwerklichen Ausbildung gestartet und haben inzwischen ihren eignen, unverkennbaren künstlerischen Ausdruck gefunden.

Irene Heller-Janton studierte Gestaltung in Hamburg bei Gisela Bührmann und ist seit 50 Jahren als diplomierte Textildesignerin tätig. Vor über 30 Jahren rückte in ihrem Atelier die freie Malerei in ihren Mittelpunkt. Ihre Bilder sind farblich reich und durchdacht komponiert – mal mit erkennbaren Motiven wie Figuren, gerne Gesichtern und Ausschnitten oder Blumen, ganzen Gärten oder Landschaften – mal von der Wirklichkeit entrückt und sphärisch klingend oder von mystischen Strukturen durchsetzt.

Isabel Lange hat in Schleswig-Holstein eine große Werkstatt für Metall und arbeitet am liebsten mit Eisen. Dabei entstehen klassische Formen von Vögeln oder Figurinen. Wiedererkennbar sind ihre Stelen: Frauendarstellungen, bei denen das Kleid, das große Tuch oder auch die Haare zusammengesetzt sind aus einzelnen verschweißten Mosaikteilen, die dann mit den vielen Zwischenräumen wie ein Scherenschnitt in Schwarz-Weiß erscheinen. Einige solcher Damen im Wind stehen an öffentlichen Plätzen.

Der Titel der Ausstellung „AugenBlicke“ bezieht sich dabei auf die Spontaneität, sich für ein Motiv zu entscheiden, sowie auf die Vergänglichkeit schöner Augenblicke.  Bei der Ausstellungseröffnung am Sonnabend, 21. März, um 17 Uhr, wird die Galeristin Bettina Winkler-Marxen wird die Künstlerinnen in einem Interview vorstellen.

Öffnungszeiten: Do 11-14 Uhr, Fr 15-18 Uhr, Sa 11-14 Uhr

Inter.Mezzo

Anne von der Heyde (Bronzen) und Yorjander C. Hernández (Bilder)

Zwei in Lübeck wohnhafte Kreative präsentieren ihre ganz unterschiedlichen Werk in der Galerie 11 in Itzehoe. Ihre Ausstellung „Inter.Mezzo“ ist nicht nur ein Zwischenspiel der Lübecker in Itzehoe, sondern verweist auf Episoden des Lebens, Kurzgeschichten, die, weil sie kurz sind, lebendig bleiben, aber auch flüchtig. Kurz und knapp, aber genau beobachtet.

Anne von der Heyde (geboren 1977) ließ sich in Hamburg und Wismar ausbilden und arbeitet als Grafikerin, Kunsthistorikerin sowie Diplom-Designerin. Seit 2011 lebt sie als freischaffende Künstlerin in Lübeck und verzauberte etliche Kunstinteressierte bereits mit ihren kleinen Bronzen – unter anderem bei der Kunstschaffen-Schau in Flensburg. Sie hält in ihren Kunstwerken gerne originelle Augenblicke des Lebens fest, ob nun der Hund in besonderen Lebenslagen gezeigt wird – oder der Mensch. Sie selber schreibt dazu:  „Manchmal zeigen sie einfach nur das Dasein. Aber stehts geht es mir um das Greifbare. Das Leben, genau genommen.“

Yorjander Capetillo Hernández (geboren 1982) ist gebürtiger Kubaner und studierte in Havanna Bildende Kunst und Bühnenbild. In den 2010er Jahren arbeitete er am Entropia-Theater und als Design-Professor in Havanna, 2020 dann als Bühnenmaler an der Hamburger Staatsoper. 2014 ist er erstmals auf der NordArt in Büdelsdorf vertreten. Seine Werke sind bildgewaltig mit spannungsreicher Farbgebung. Idyllische Stadt – und Naturlandschaften reihen sich an figürliche Darstellungen und zeigen Menschen in oftmals ambivalenten Gefühlswelten, sensibel und provokant.

Paolo Moretto

Realitäten des Lebens

Paolo Moretto, geboren 1959 in Verona/Italien, lebt und arbeitet heute als freischaffender Künstler in Hamburg. Seine Ausbildung erhielt er von 1985 bis 1989 sowohl in der staatlichen Kunstschule für Bildhauer „Scuola d´Arte Paolo Brenzoni“ in Verona, als auch bei dem  Privatdozenten für Kunstgeschichte und Malerei, G. Longhetto. Morettos künstlerische Arbeit umfasst ein Spektrum, das von der Malerei über Skulpturen bis zu komplexen Installationen reicht. Seine Arbeiten sind nur schwer in konventionelle Kategorien einzuordnen. Es finden sich ebenso freie Abstraktionen wie Zitate des Realismus, der Pop-Art oder Surrealistisches. Zu seinen Vorbildern gehören Jacobo Tintoretto, El Greco, die Gebrüder Lorenzetti, Martin Kippenberger, Julio Gonzales, David Smith, Antony Caro, Sigmar Polke und Dieter Roth.

Wer sich mit dem Werk Paolo Morettos auseinandersetzt, unterliegt schnell der Faszination dieser abstrahierten, jedoch mit viel Humor und Ironie präsentierten „Realitäten des Lebens“: Fabrikschlote und filigrane Wundermaschinen, Fluggeräte, rankendes Blumengewächs … – Gern alles vereint, eine schöne heile und zugleich schaurige, gar nicht so irreale Welt. Gleichzeitig fühlt man fast intuitiv, dass der Künstler – wie einst sein Vorbild Martin Kippenberger – von dem Wunsch getrieben ist, seinem Publikum Spaß zu bereiten.

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